... zum thema „Kontogründung Konto Karin“

 
" ... An dieser Stelle möchte ich ein Missverständnis aufklären. In meinen ersten Aussagen vor den ermittelnden Behörden habe ich behauptet, dass das Konto Karin von mir persönlich eingerichtet wurde. Zum Zeitpunkt der ersten Einvernahmen war ich dieser Meinung.

Ich gründete damals mehrere Konten bei der Hypo Liechtenstein und bei der Hypo Vorarlberg. Aufgrund der Historie (Besitzverhältnisse, Vermittlung der Hypo FL durch Hypo V, enge Zusammenarbeit und Freundschaft unter den Mitarbeitern der beiden Banken, Zusammenarbeit der beiden Mitarbeiter um meine Angelegenheiten zu erledigen), habe ich beide Banken immer als ein Institut mit unterschiedlichen Aufgaben gesehen. Das war für mich immer die Hypo Vorarlberg mit den Filialen in Liechtenstein und in Wien.
Die Konto-Gründungen verteilten sich über einen Zeitraum von ca. vier Jahren und auf drei Mitarbeiter. Es gab auch ein Konto (Millennium) das wir, Ernst Plech und ich, gemeinsam gegründet hatten. Das sorgte bei mir alles in allem Jahre danach für unklare Erinnerungen.

Aus diesem Grund war ich im Moment der Aussage der Meinung, dieses Konto selbst gegründet zu haben. Es gilt auch zu berücksichtigen, dass die damaligen Aussagen unter enormen psychischen und physischen Druck entstanden sind. Meine Aussagen haben in diesem Punkt leider für Verwirrung und Missverständnisse seitens der erhebenden Behörden gesorgt. Das tut mir leid.

Richtig ist, dass dieses Konto schon damals von Ernst Plech gegründet wurde und ich im Laufe der Zeit ca. 2,4 Mio. Euro, also ca. ein Drittel meiner Provisionen, auf dieses Konto überwiesen habe. Dies bedeutet, Ernst Plech war immer der Eigentümer dieses Kontos. Aber es war mein Geld das auf diesem Konto verwaltet und von dort durch Ernst Plech für mich investiert wurde. Mein Geld wurde durch mich dorthin überwiesen. Es war vereinbart, dass Ernst Plech mein Geld nur in Immobilien investieren werde, mich aber an den Objekten entsprechend meiner finanziellen Beiträge beteiligen wird.


Ich habe mich voll und ganz darauf verlassen, dass Ernst Plech meine Interessen sorgfältig vertreten wird. Ernst Plech hat mich über jedes einzelne Projekt hinreichend aufgeklärt. Auch habe ich alle notwendigen Dokumente und Beschreibungen der einzelnen Projekte auf Zuruf vorgelegt bekommen und den Großteil der Projekte auch besichtigt. Da die Investitionen alle eher langfristig ausgelegt waren, gab es keine Entscheidungen über deren anstehende Verwertung zu treffen.

Bei einer Weiterverwertung der Immobilien nach deren erfolgreichen Entwicklung, wäre ich adäquat an den zu erwartenden Gewinnen beteiligt gewesen. Ebenso wäre ich natürlich auch an eventuellen Verlusten beteiligt gewesen.

Dazu konnte es aber nie kommen, weil ich aufgrund meiner Selbstanzeige bei den Finanzbehörden eine Zahlung von ca. 3,7 Mio. Euro an Einkommensteuer leistete, und deshalb gezwungen war, unsere Vereinbarung vorzeitig, also noch vor einer möglichen gewinnbringenden Verwertung, aufzulösen."

 

Walter Meischberger, 12.04.2018