Fragen über Fragen…

 

Der Rechtsanwalt Dr. Karl-Heinz Plankel wendet sich am 13. Oktober 2016 mit einem Brief an die Leiterin der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA), als „anwaltliche Vertretung von Herrn Dr. Peter Hochegger“. Seine Botschaft: „Im Grunde eines weisen Rats“ ersucht er die Frau Hofrätin höflichst, ihm „zur Ventilierung der zugrunde liegenden Strafrechtssache einen persönlichen Besprechungstermin einzuräumen“.


Peter Hochegger wird zu diesem Faktum im Rahmen der Hauptverhandlung befragt. Seine ersten Antworten:

  • „Davon weiß ich nichts!“
  • „Plankel war damals nicht (mehr) mein Anwalt!“
  • „Das war ein Alleingang von Dr. Plankel ohne mein Wissen!“
  • „Dr. Plankel hatte dafür mit Sicherheit von mir keinen Auftrag!“

Später, als auch ein Eintrag aus dem Terminkalender Plankels auftauchte, in dem am 27. Oktober um 14.00 Uhr ein Termin bei der Leiterin der WKStA, Leitende Staatsanwältin Hofrätin Mag. Vrabl-Sanda eingetragen war, relativierte Hochegger seine Aussage (sinngemäß):

  • „Ich habe mit Dr. Plankel geredet, ja der Termin hat stattgefunden.“
  • „Es war eine Art Übergabegespräch zu meinem neuen Anwalt Kregcjk…“

Hochegger macht auch hier, was ihm die Richterin anlässlich der Hauptverhandlung vorgehalten hat: „Ich habe das Gefühl, Sie ändern immer häppchenweise Ihre Verantwortung…“

Ein ominöser Brief. Ein ominöses Treffen. Mehrfache Kehrtwendungen Hocheggers. Fragen über Fragen bleiben:

  • Was sollte der Brief direkt an die Leiterin der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft bezwecken?
  • Was war mit der verklausulierten Botschaft „im Grunde eines weisen Rats“ gemeint?
  • Warum ging der Brief per E-Mail direkt an die Leitung der WKStA und nicht per Post ins Haus (Posteingangsstempel…)?
  • Warum ging der Brief und das Gesprächsersuchen an die Leitung der WKStA und nicht an den zuständigen Staatsanwalt Dr. Denk?
  • Warum wurde der Brief nicht in den Akt genommen?
  • Wer waren die tatsächlichen Gesprächsteilnehmer am 27. Oktober 2016 um 14 Uhr?
  • Was war der Inhalt dieser Besprechung?
  • Was konkret war das Anliegen des Hochegger-Anwalts Plankel, was wollte er im Rahmen des Gesprächs mit Hofrätin Vrana-Sanda „ventilieren“?
  • Gibt es ein Protokoll des Treffens?
  • Wenn ja, warum wurde das Protokoll nicht in den Akt mit aufgenommen?
  • Gibt es einen Zusammenhang, dass dezidiert Plankel dieses Gespräch suchte mit seiner und anderer Mitgliedschaft bei den Freimaurern?
  • Warum leugnete Peter Hochegger bei der ersten Befragung im Rahmen der Hauptverhandlung, von der Existenz des Briefes bzw. Gesprächstermins mit der Leitung der WKStA zu wissen?
  • Warum leugnete Hochegger, dass Plankel zu diesem Zeitpunkt ein Mandat hatte, ihn zu vertreten?
  • Warum behauptete Hochegger zunächst, das wäre ein Alleingang Plankels ohne sein Wissen gewesen?
  • Warum gab Hochegger an, dass damals ausschließlich Kregcjk sein Anwalt war, obwohl dieser erst am 8. November 2016, also Wochen später, seine Vollmacht erhalten hatte?
  • Warum gab Hochegger später sein Wissen über das Gespräch zu, nachdem der Terminkalender auftauchte?
  • Warum kam Hochegger auf die Idee, dass dieses höchstrangige Gespräch (Leiterin der WKStA und nicht die zuständigen Staatsanwälte) nur dazu gedient haben soll,  den Anwaltswechsel bekannt zu geben?
  • Ist es üblich, dass Anwaltswechsel bei der Leitung der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft in einem persönlichen Gespräch bekannt gegeben werden?