Haben Sie gewusst...

 

… dass die Behauptung Hocheggers („Teilgeständnis“) alleine schon vom Zeitablauf nicht stimmen kann?
Peter Hochegger hat trotz mehrmaliger Nachfrage erklärt, sein Treffen mit dem Bankberater, wo er diese Info über die Provisionsaufteilung erfahren habe, hat definitiv Anfang September 2005 stattgefunden. Er konnte zu diesem Zeitpunkt von zwei der drei Konten weder Kontonummern noch Bezeichnungen erfahren haben, weil diese erst Monate später (27.10.2005 bzw. 6.12.2005) eröffnet wurden.


… dass es völlig unglaubwürdig ist, dass ein Bankberater Details einen anderen Kunden betreffend, noch dazu von sich aus, preis gibt?
Das ist selbstverständlich deswegen vollkommen unglaubwürdig, weil dies bei Bekanntwerden sein sofortiges Karriereende sowie massive Schadenersatzklagen nach sich ziehen würde. Abgesehen davon, dass ein derartiges Benehmen massiv gegen das (damalige) Liechtensteinische Bankgeheimnis verstoßen hätte.


… dass ein brisanter Brief des Hochegger-Anwalts an die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft aus Oktober 2016, und dem auch ein Treffen folgte, nicht in den Akt genommen wurde?
Selbstverständlich müsste dieser Brief, der direkt an die Leiterin der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft ergangen ist, auch wenn dieser offensichtlich via E-Mail übermittelt wurde, automatisch zum Akt genommen werden. Noch dazu, wo der Zusammenhang mit der Causa Buwog offensichtlich ist und der Termin laut Kalendereintrag auch stattgefunden hat.


… dass es völlig lebensfremd und unvorstellbar ist, dass ein Anwalt zwar in dessen Namen aber ohne Wissen seines Mandanten einen Brief mit derartigem Inhalt an die Leiterin der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft schickt?
Das ist natürlich völlig unvorstellbar und lebensfremd, noch dazu wo der Anwalt ja von einem „weisen Rat“ sprach und etwas „ventilieren“ wollte. Das kann ja wohl ausschließlich im Zusammenhang mit einem Wunsch bzw. Vorschlag des Mandanten (Dr. Peter Hochegger) stehen. In Folgebefragungen hat Hochegger das Ganze ja relativiert und plötzlich doch davon Kenntnis gehabt.


… dass Hocheggers Behauptung, Walter Meischberger hätte ihn vor dessen Teilgeständnis abhalten wollen, mit folgendem Satz: „Peter das kannst du nicht machen, jetzt, wo wir so gut liegen“ falsch ist?
Walter Meischberger sagt, dass er von Journalisten erfahren habe, dass es zwischen Hochegger und der Justiz einen Deal gebe und zu Hochegger dann Folgendes gesagt hat: „Ich höre du hast einen Deal mit der Justiz. Fang doch jetzt nicht an zu lügen, wir liegen doch so gut“. Hochegger habe geantwortet: „Walter, es gibt kein Wir. Es gibt den Peter Hochegger und die anderen.“


… dass die Beurteilung über eine Befangenheit einer Richterin in Deutschland völlig anders gehandhabt wird, als in Österreich?
In anderen Staaten mit grundsätzlich gleichem rechtsstaatlichem Niveau wie Österreich, insbesondere in Deutschland, ist eine rechtsstaatlich einwandfreie Regelung vorgesehen, nämlich dass in einem Zwischenverfahren durch einen anderen Senat über diese Befangenheit befunden wird. In Österreich, also konkret beim laufenden Buwog-Prozess, hat einerseits der Präsident des Landesgerichts für Strafsachen Wien, als auch der Schöffensenat selbst entschieden. Unter anderem hat also die Betroffene Richterin, Frau Mag. Hohenecker, selbst darüber entschieden, ob auf sie der Anschein der Befangenheit zutrifft oder nicht.


… dass die so genannte Tatplan-Theorie, auf der die gesamte Buwog-Anklage aufgebaut ist, gar nicht mehr schlüssig ist?
Diese Theorie ist völlig in sich zusammengebrochen, weil selbst Hochegger das als Unsinn dargestellt hat und betont, dass es seinerseits nie ein derartiges Gespräch mit jener Person, die das behauptet, gegeben hat. Auch die Involvierung Jörg Haiders, der zu diesem Zeitpunkt wie öffentlich bekannt mit Karl-Heinz Grasser in einem „Kriegszustand“ war, wäre völlig lebensfremd und unsinnig gewesen.


… dass Peter Hochegger, der ja ab den Jahren 2010/2011 in zahlreichen öffentlichen Auftritten „der Gier abgeschworen“ hat, niemals eine Involvierung Grassers angedeutet hat?
Bei zahlreichen Fernsehauftritten, Zeitungsinterviews und im Rahmen des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses hat er jemals auf diesbezügliche Befragung dezidiert verneint bzw. betont, darüber keinerlei Kenntnis zu haben, dass Gelder aus er Buwog Provision bei Grasser gelandet sein könnten.


… dass die Causa Buwog bereits seit mehr als acht Jahren läuft?
Mit den ersten Erhebungen wurde im September 2009 begonnen. Bis zur Anklageerhebung bzw. zum Prozessbeginn (12. Dezember 2017) waren die Betroffenen mit einer noch nie dagewesenen medialen Vorverurteilung konfrontiert. Insider rechnen mit mindestens einem Jahr Prozessverlauf, wenn nicht deutlich länger. Rechnet man einen zu erwartenden Gang durch alle Instanzen (egal bei welchem Urteil), so werden die Betroffenen wohl mindestens elf (!) Jahre ihres Lebens intensivst mit der Causa zu tun gehabt haben, realistischerweise elf verlorene Lebensjahre.


… dass es schon länger Hinweise gab, dass Hochegger mit der Justiz „kooperieren“ könnte?
Nachdem Hochegger seine Gefängnisstrafe angetreten hatte, gab es im Herbst 2016 deutliche Hinweise in diese Richtung in Zeitungsmeldungen. Diese decken sich wiederum zeitlich exakt mit jenem Datum, als sich der damalige Hochegger Anwalt mit der WKStA getroffen hat. Der in dieser Causa bestens informierte Journalist Florian Klenk behauptete in einem Twitter-Eintrag im Dezember 2017: „Dass Hochegger auspackt war seit Dezember 2016 in höchsten Justizkreisen bekannt. Ich bekam die Info auch (war aber streng off records).“


… dass es für Hochegger durchaus taktisch Sinne machen kann, ein Teilgeständnis abzulegen, obwohl er sich vermeintlich selbst in die Bredouille bringt?
An und für sich ist das ja strategisch gesehen ein hoch interessanter Schachzug. Werden alle Angeklagten verurteilt, so wird Hochegger mit Sicherheit ein massiv reduziertes Strafausmaß zugebilligt; werden alle anderen Angeklagten freigesprochen, so wird auch Hochegger in den Genuss eines Freispruchs kommen, da er als Angeklagter vor Gericht ja nicht die Wahrheit sagen muss.


… dass man die Hochegger Aussage relativ rasch dadurch klären könnte, indem man den von ihm genannten Bankberater Christoph W. als Zeuge holt?
Selbstverständlich ist W. als Zeuge vorgesehen, aber es kann noch relativ lange dauern, bis das Gericht mit den Zeugenvernehmungen beginnt. W. hat jedenfalls bereits in einem kurzen Telefonat, das er mit einem ORF Journalisten führte, und das auch in einer Zeit-im-Bild ausgestrahlt wurde, die Aussagen Hocheggers als „Fake News“, bezeichnet. Wikipedia definiert Fake News folgendermaßen: „Manipulativ verbreitete, vorgetäuschte Nachrichten oder Falschmeldungen“.


… dass Hochegger bei seinen Aussagen immer wieder sehr intensiv und gezielt Ernst Plech ins Spiel bringt, als Akteur und Profiteur. Warum könnte er das machen?
Tatsächlich ist es interessant und mehr als auffällig, dass Hochegger bei seinen Aussagen immer proaktiv darauf hinweist, dass Ernst Plech bei Besprechungen dabei gewesen bzw. diese regelrecht dominiert hätte und auch ein Teil der Buwog Provision an ihn gegangen wäre. Tatsächlich sagt Hochegger auch nachweislich hier die Unwahrheit, dies wird im Übrigen auch durch die Aussagen von Dr. Petrikovics bestätigt, der glaubhaft betonte, dass er niemals eine Involvierung oder Präsenz von Plech im Rahmen des Buwog-Bieterverfahrens wahrgenommen hat. Möglicherweise haben die Aussagen Hocheggers den Zweck, die Anklage der Staatsanwaltschaft zu stützen, dass Grasser, Meischberger und Plech kooperiert und „kassiert“ hätten.