Wie passt das zusammen?

 

Im Jahr 2014 versuchte Peter Hochegger, nachdem er jahrelang Interviews gegeben hatte mit dem Inhalt er sei geläutert, weit weg von Raffgier etc., gemeinsam mit seinem Bruder Paul im Rahmen einer Privatklage gegen Karl-Heinz Grasser, Walter Meischberger, Ernst Plech, die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich, die Immofinanz, viel Geld zu lukrieren. Sehr viel Geld, jedenfalls jenseits der 30 Millionen Euro. Warum er in diesem Zusammenhang Karl-Heinz Grasser klagen wollte, geht es dem Inhalt der Privatklage (bzw. des Entwurfes dafür, Quelle WKSTA) nicht hervor, da Grasser ja weder Auftraggeber, noch sonst wie in die vermeintlich inkriminierten Punkte involviert war.

Hocheggers wollten mehr als 30 Millionen Euro über eine Privatklage lukrieren. Das hat dann letztendlich eh nicht funktioniert, aber jedenfalls lief Peter Hochegger dem schnöden Mammon in doch gewaltigen Dimensionen nach, obwohl er „offiziell“ in diversen Zeitungsinterviews und Fernsehauftritten genau das Gegenteil predigte, nämlich längst „weg von Gier, vom Profitstreben zu sein. Auf seinem facebook Eintrag (unter dem Pseudonym „Peter Engelbrecht“) gibt er exakt im gleichen Zeitraum ebensolche Weisheiten von sich, wie z.B.:

 

 

In einem Kurier-Interview vom 27.07.2014, das sich u.a. auf diese (versuchte) Privatklage bezieht, wird Hochegger mit den Worten zitiert:


„Ich bereue gar nichts!“ – und ergänzt: „Denn das Leben ist eine spannende Reise. Man sucht sich seine Herausforderungen so aus, damit man seine Talente und Fähigkeiten entwickeln kann, um zu sich selbst zu finden. Ich kann heute für mich sagen: Gut, dass ich aus dem System herausgefallen bin, weil sonst wäre ich immer noch darin gefangen. Heute bin ich viel freier…“

 

„…Ich wohne in einem kleinen Fischerdorf. Das ist eine total andere Lebensweise. Es ist viel ruhiger, es gibt keinen Luxus. Es ist ein total naturverbundenes Leben. Ich verkehre auch in anderen Gesellschaftsbereichen. Nicht mehr in der profitorientierten Gesellschaft, sondern eher in Szenen, die spirituell ausgerichtet sind und sich nicht materiellen Dingen unterordnen. Da gewinnt man eine andere Sicht der Dinge. Auch wenn ich heute viel weniger als früher habe und von 1100 Euro lebe, bin ich viel entspannter…“
Quelle: https://kurier.at/politik/inland/hochegger-ich-bereue-gar-nichts/76.854.554

Wie das alles mit dem Einklagen vieler Millionen Euro zusammenpasst, sei dahin gestellt. Sicherlich wird es ja auch dafür schlüssige Erklärungen geben… Aber im selben Interview wird Peter Hochegger wiederum auf die Verbindung zu Karl-Heinz Grasser angesprochen:


KURIER: Die Gretchenfrage ist: Hat Karl-Heinz Grasser den Tipp an Meischberger gegeben oder nicht?
Hochegger: Das kann nur der Herr Meischberger beantworten. Das weiß ich Gott sei Dank wirklich nicht. Ich habe ihn auch nie gefragt.

Die Idee mit der Privatklage ging allerdings schief. Das könnte auch eine gewisse Wende bei Hocheggers Rahmenbedingungen, insbesondere auch was die materielle Situation betrifft, eingeleitet haben – und möglicherweise auch seine „Taktik“ geändert haben, denn im Laufe des Jahres 2015 ging es dann Schlag auf Schlag:

Auszug aus KURIER vom 13.01.2015:

„…Der frühere Lobbyist Peter Hochegger, der derzeit in Parajuru, Brasilien überwintert, muss zwei herbe Niederlagen vor Gericht einstecken. Laut seinem Anwalt André Zankl wurde Hocheggers Antrag auf Verfahrenshilfe sowohl für das Buwog-Strafverfahren als auch für eine brisante Zivilklage gegen seine früheren Geschäftspartner abgewiesen.
Mit 26 Millionen Euro bezifferte er seinen "Schaden", sechs Millionen entfielen auf seinen Bruder und Agentur-Teilhaber Paul. Alleine für seinen Teil der Klage hätte Peter Hochegger eine pauschale Gerichtsgebühr in Höhe von 316.895 Euro hinblättern müssen. Sein Bruder hochgerechnet etwa 74.987 Euro. … Um sich aber diese Gerichtsgebühr zu ersparen, beantragten der Hobby-Kapitän Peter Hochegger  und sein Bruder Paul bei Gericht Verfahrenshilfe wegen angeblicher Vermögenslosigkeit. Doch daraus wurde erstmal nichts. Vergangenen Freitag erhielten die Anwälte der Brüder Post vom Landesgericht für Zivilrechtssachen. …  „Der Antrag wurde abgewiesen“, bestätigt Beatrix Engelmann, Vizepräsidentin des Landesgerichtes für Zivilrechtssachen, dem KURIER. „Die Abweisung wurde im Wesentlichen damit begründet, dass Peter Hochegger über ausreichend Vermögen verfügt…“ 
Quelle: https://kurier.at/wirtschaft/gericht-keine-verfahrenshilfe-fuer-peter-hochegger/107.712.754

Ein paar Tage später (17.01.2015) ein weiterer KURIER Artikel zur (vermuteten) Vermögenssitation Hocheggers: „Wie Ex-Lobbyist sein Leben finanziert“

„…Hocheggers Antrag auf Verfahrenshilfe wurde in der Folge vom Straflandesgericht Wien abgelehnt. Sein Anwalt hat dagegen eine Beschwerde eingelegt…“
 „…Der gebürtige Steirer und Wahl-Brasilianer Hochegger hatte bei Gericht vorgebracht, „dass er nicht über die nötigen finanziellen Mittel verfüge, um die Kosten seiner Verteidigung zu tragen“. Insbesondere geht es um das komplexe Ermittlungsverfahren rund um die Buwog-Provisionen.
Doch das Landesgericht Wien sieht bei Hochegger keinerlei Armutsgefährdung. Im Gegenteil: „Gegenständlich verfügt der Beschuldigte über ein Vermögen von weit mehr als 100.000 Euro“, heißt es in dem zehn Seiten dicken Gerichtsbeschluss…“

„…Laut dem Gerichtsbeschluss, der dem KURIER vorliegt, hat Hochegger angegeben, dass er rund 23,4 Millionen Euro Verbindlichkeiten hat. „Dabei handle es sich um nicht rechtskräftige Bescheide des Finanzamtes, sowie im Klagsweg bereits geltend gemachte Ansprüche gegen seine Person sowie im Konkursverfahren gegen Firma Sicon, vormals Valora, angemeldete Forderungen“, so die Richterin. Nach Hocheggers Angaben fordert die Immofinanz rund 12 Millionen von ihm, die Telekom Austria 9,3 Millionen Euro; aus dem BZÖ-Parteispendenprozess muss der nicht rechtskräftig verurteilte Ex-Berater 960.000 Euro zurückzahlen und auch der Masseverwalter seiner früheren Beratungsfirma Sicon will 571.000 Euro plus Zinsen…“
Quelle: https://kurier.at/wirtschaft/wie-ex-lobbyist-hochegger-sein-leben-finanziert/108.514.613

Für etwas Zerstreuung sorgte dann die Bekanntschaft Hocheggers mit Steuerbetrüger Werner Rydl im brasilianischen Sonnenparadies berichtete der KURIER am 30.01.2015:

„…Eine feine Brise, Sanddünen, am Strand entlangtrottende Esel, Meersalzsalinen, frischer Fisch und Meeresfrüchte – Ponta do Mel an der Costa Branca, ein Eldorado für Aussteiger. Zwei alte Bekannte der Justiz haben unter der Sonne Brasiliens zueinandergefunden: Lobbyist Peter Hochegger und Steuermillionen-Jongleur Werner Rydl. Dabei sind beide Herren laut eigenen Angaben "abgebrannt". Als Rydl noch in Österreich war, lebte er angeblich von Sozialhilfe. Und Hochegger beantragte als "mittelloser" Beschuldigter Verfahrenshilfe, weil er nicht über die finanziellen Mittel für seine Verteidigung verfüge. Das Gericht wollte ihm den "Armenanwalt" allerdings nicht gewähren…“
„Der selbst ernannte "Steuerrebell" Werner Rydl prellte die Republik Österreich mit Vorsteuer-Betrügereien um rund 116 Millionen Euro. … Im Lobbyisten Peter Hochegger dürfte er am Strand von Brasilien einen kongenialen (Gesprächs-) Partner gefunden haben. … Der Lobbyist verbringt häufig den Winter in Brasilien. Er verfügt dort zwar über Immobilien – darunter eine versandende Hotelanlage und eine Cashew-Nüsse-Farm. Die sind aber angeblich wertlos. Nobel geht die Welt zugrunde, sagt der Volksmund.“
Quelle: https://kurier.at/chronik/oesterreich/eldorado-fuer-alte-justiz-bekannte/110.913.437


Am 15.04.2015 berichtet der KURIER  von zwei „weiteren heftigen Rückschlägen“:
 
„…Der umstrittene Ex-Lobbyist Peter Hochegger, der derzeit in Brasilien überwintert, muss zwei heftige Rückschläge vor Gericht hinnehmen. Das Oberlandesgericht (OLG) Wien hat sowohl seinen Antrag auf Verfahrenshilfe im Strafverfahren als auch den im millionenschweren Schadenersatzverfahren gegen seine Ex-Geschäftspartner - darunter sind Karl-Heinz Grasser, Walter Meischberger, Ernst Karl Plech, die RLB OÖ und die Immofinanz - abgewiesen. Im Strafverfahren wollte Hochegger sich die Verteidigerkosten sparen und auf den Steuerzahler überwälzen. Im Zivilverfahren um die dubiose Buwog-Provision wollte er, dass ihm die Justiz die Gerichtsgebühren von mehr als 300.000 Euro erlässt. Daraus wird jetzt nichts…“

 

„…Hochegger war äußerst bestrebt, seine auf 1,6 Millionen Euro geschätzten Investitionen in Brasilien als nahezu wertlos darzustellen“, heißt es unisono in Gerichtsbeschlüssen. Zwar lasse sich mit dem Internetdienst Google Earth belegen, dass das Meer der Hotelanlage Paradiso do Sol, in die Hochegger investierte, gefährlich nahekomme, aber das gelte nicht für die Villenanlage Refugios Parajuru. Laut Gericht habe Hochegger nicht 600.000 Euro, wie früher angegeben, sondern  858.000 Euro in eine der Luxusvillen gepumpt. Da die Villen, die er unentgeltlich nutzen kann, vermietet werden, sei es  „nicht nachvollziehbar, warum er an den Erträgen nicht beteiligt sein sollte…“

 

„…Da die finanziellen Verhältnisse nach wie vor undurchsichtig sind“, lehnte das OLG auch die Verfahrenshilfe im Ermittlungsverfahren zum Buwog-Komplex ab. Es geht davon aus, dass Hochegger nach wie vor über beträchtliches Vermögen im Ausland verfügt…“
Quelle: https://kurier.at/wirtschaft/keine-verfahrenshilfe-fuer-peter-hochegger/125.096.467

Am 12.05.2015 berichtet der KURIER von einer anderen „Baustelle“ Hocheggers:

„…Der umstrittene Ex-Lobbyist Peter Hochegger weitet seinen rechtlichen Feldzug gegen Ex-Geschäftspartner aus. So hat er eine Klage gegen Laszlo J. eingebracht. Der gebürtige Ungar war unter anderem Geschäftsführer der Tochterfirma Hochegger Kft. in Budapest. … Hochegger behauptet, dass der Ex-Partner verleumdende und falsche Aussagen bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) gemacht habe. Dieser unterstelle ihm strafbares Verhalten rund um das Windparkprojekt "Bogyoszlo"des Energieversorger Bewag in Ungarn. Bei der Umsetzung ging Hocheggers Ungarn-Filiale der Bewag zur Hand. In der Folge kassierte die Firma 1,05 Millionen Euro "Erfolgshonorar". Strittig ist aber, bei wem letztendlich das Geld gelandet ist…“

 

„…Indes sagte der gebürtige Ungar im Jänner 2015 bei der Kripo in Wien aus, dass ihn Hochegger angewiesen hatte, den Betrag von Ungarn in einen "sicheren Hafen" zu bringen. Mithilfe eines Wiener Anwalts, der mittlerweile offenbar keine Zulassung mehr hat, wurde zuerst eine zypriotische Limited und danach eine Firma in Liechtenstein gegründet. Der Anwalt, er selbst und eine ungarische Partnerin fungierten in beiden Firmen als Gesellschafter – angeblich treuhändig für Hochegger. … In der Folge habe ein Bote das Geld ins Budapester Büro gebracht. "Später wurde das Geld von mir und der Frau in Budapest an Peter Hochegger in bar ausgehändigt", behauptet der Ungar. Dessen Anwalt Oliver Scherbaum zum KURIER: "Der Vorwurf Hocheggers ist haltlos. Der Betrag wurde ihm bar übergeben." Vielleicht könne sich Hochegger aufgrund "der aufregenden Ereignisse der vergangenen Jahre nicht mehr an alles erinnern".
Quelle: https://kurier.at/wirtschaft/hochegger-ex-partner-soll-eine-million-euro-entwendet-haben/129.885.892

Hochegger wird Monat für Monat mit immer mehr Kalamitäten konfrontiert. Am 25.11.2015 berichtet der KURIER von einem angeblichen Burn-Out-Syndrom und betont, dass „der umstrittene Ex-Lobbyist Peter Hochegger sprichwörtlich um sein Leiberl rennt“:
„… Hochegger ist heute … nicht zur Verhandlung seiner Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung am Obersten Gerichtshof (OGH) erschienen. Sein Verteidiger Karl Schön entschuldigte ihn im Justizpalast mit einem ärztlichen Attest. Hochegger soll an den Folgen einer Augenoperation und an einem Burn Out-Syndrom leiden. Der Ex-Lobbyist halte sich in Österreich auf. Dem Vernehmen nach soll er sich zuvor in der Schweiz aufgehalten haben. … Doch bei den Gerichten hat der Ex-Lobbyist in Sachen Glaubwürdigkeit keinen Kredit. Im Ermittlungsverfahren um die Causa Buwog beantragte er Verfahrenshilfe, sprich die Beistellung eines Verteidigers auf Staatskosten. Begründung: Er habe kein entsprechendes Vermögen. … Der Wiener Richter Philipp Krasa ging zuletzt mit dem Ex-Berater hart ins Gericht. "Die finanziellen Verhältnisse sind nach wie vor undurchsichtig", heißt es in dessen Beschluss. Der Richter verdächtigt den Wahl-Brasilianer, seine Einkommens- und Vermögensverhältnisse zu verschleiern. Außerdem sei er bestrebt, "die Vermögenswerte in Brasilien als nahezu wertlos darzustellen". … Sieben Monate im Jahr lebt Hochegger in Brasilien. Dass er dort bloß kostenlos logiert, aber keine Einnahmen aus der Vermietung lukriert, nimmt ihm der Richter nicht ab: "Die Villen scheinen regelmäßig vermietet zu werden und damit Mieteinnahmen einzuspielen." Daher geht das Wiener Gericht davon aus, dass der gebürtige Steirer in Brasilien über ausreichend Vermögen verfügt…“
Quelle: https://kurier.at/wirtschaft/landesgericht-wien-hochegger-hat-500-000-euro-vermoegen/165.997.794

Am 15.12.2015 heißt es dann: „Ex-Lobbyist Peter Hochegger steckt in einer gefährlichen Zwickmühle“. Der Bericht dreht sich um eine Abgabenprüfung bei Hocheggers seit 2014 insolventen Beratungsfirma Sicon (früher Valora), bei der nach Ansicht des Masseverwalters und des  Telekom-Strafgutachters "Scheinrechnungen" in Höhe von insgesamt 9,058.800 Euro ausgestellt worden sein sollen. Die Telekom Austria habe im Valora-Konkursverfahren rund neun Millionen Euro Forderungen angemeldet…
Resümee des KURIER-Artikels: „Wie man den Fall wendet oder dreht, am Ende droht dem Ex-Lobbyisten Peter Hochegger eine weitere Anklage.“
Quelle: https://kurier.at/wirtschaft/valora-peter-hochegger-scheinrechnungen-ueber-neun-millionen-euro/169.636.036

Monate später, am 22.03.2016, ortet der KURIER neue Zwiespältigkeiten was Sein und Schein Hocheggers betrifft, jedenfalls präsentiert er sich laut Zeitung praktisch zeitgleich auf facebook als „das blühende Leben“ und der Justiz gegenüber als „depressiv und an Schlaflosigkeit leidend“ und somit „nicht einvernahms- und verhandlungsfähig“:

„Eine goldene Ray-Ban-Pilotenbrille, ein lässiges rosa Hemd, ein blauer Blazer und ein breiter Grinser über das ganze Gesicht – der Ex-Lobbyist Peter Hochegger präsentiert sich auf Facebook unter dem Pseudonym "Peter Engelbrecht" mit einem neuen Foto als das blühende Leben. Das neue Foto wurde erst am vergangenen Donnerstag auf Facebook platziert. … Dabei ist der Wahlbrasilianer, der sich mitunter auch  in der Schweiz aufhält, offiziell eigentlich krank. Bereits im vergangenen November blieb er der Berufungsverhandlung um die BZÖ-Parteispendenaffäre beim Obersten Gerichtshof (OGH) fern, weil er an Depressionen und Schlaflosigkeit leidet. Außerdem musste er sich einer Augenoperation (Grauer Star) unterziehen. … Ein Medizinalrat aus Neuberg an der Mürz, unweit von Hocheggers Heimatgemeinde Mürzsteg, hatte ihm am 20. November 2015 ein entsprechendes ärztliches Attest ausgestellt. "Wegen dieser Erkrankungen ist Herr Hochegger für die nächsten sechs Monate weder einvernahms- noch verhandlungsfähig", bestätigt der Arzt.“
Quelle: https://kurier.at/wirtschaft/buwog-ex-lobbyist-peter-hochegger-ist-noch-immer-krankgeschrieben/188.435.310