VIELE ARTIKEL WORTGLEICH IN UNTERSCHIEDLICHEN MEDIEN

 

Wir haben vor einiger Zeit über die „besondere“ Rolle der APA, insbesondere auch im Rahmen der Buwog-Prozess Berichterstattung berichtet. „Nachrichtenagenturen stehen selten im Blickpunkt des öffentlichen Interesses, sind aber das unsichtbare Nervensystem, das alle Teile miteinander verbindet“, hat einmal ein Medienprofi formuliert. Und die Beiträge von Nachrichtenagenturen werden immer öfter – in Zeiten wirtschaftlicher Probleme und Ressourcenknappheit bei vielen Medien – eins zu eins in die Zeitung gerückt.

Damit befasste sich kürzlich auch ein hoch interessanter Artikel auf der Plattform alwacker.wordpress.com (Alexander Wacker, Blogger und Transparenz-Aktivist) unter dem Titel „Sind die APA und ihre Eigentümer ein Fall für die Wettbewerbsbehörde?“

 

Wortwörtlich steht auf dieser Plattform: „Was alle Brancheninsider wissen, ist den meisten Lesern gar nicht bewusst: Viele Artikel werden wortgleich – mit unterschiedlichen Überschriften – in zahlreichen Medien, meist online, aber auch im Print veröffentlicht. Am Ende des Textes steht dann z. B. „APA“, „Red/APA oder „orf.at/Agenturen“, häufig fehlt ein Hinweis, dass es ein Text der APA ist. Man braucht nur einmal einen ganzen Satz aus einem x-beliebigen ORF.at-Artikel der Rubrik „Inland“ googeln und die Wahrscheinlichkeit, dass dieser auch beispielsweise Treffer auf diepresse.at, derstandard.at, kurier.at und/oder kleinezeitung.at liefert, ist sehr groß.“ 

 

alwacker.wordpress.com sieht aufgrund der marktbeherrschenden Stellung der APA ein Problem, dessen sich die Bundeswettbewerbsbehörde annehmen sollte: „Nicht akzeptabel ist ein Trend der letzten Jahre, der die Vielfalt in der Berichterstattung zum Nachteil Medienkonsumenten stark einschränkt. Wortgleiche Artikel in vielen Medien sind ein Thema, dessen sich die Bundeswettbewerbsbehörde annehmen sollte. Insbesondere die wortgleiche Berichterstattung zur Innenpolitik hat eine Dimension erreicht, die die Marktsituation mit einer führenden Nachrichtenagentur im Eigentum von 13 Medienunternehmen, zu einem demokratiepolitischen Problem macht.“

 

Diese wortgleiche Berichterstattung ist auch im Sinne einer objektiven Darstellung des Buwog-Prozesses ein gewaltiges Problem. Viele Medien übernehmen an den laufenden Hauptverhandlungstagen insbesondere in ihren Online-Ausgaben die APA-Berichte oder überhaupt gleich den APA-Liveticker. Heißt, dass wortident über einen großen Teil der österreichischen Berichterstattung die Wahrnehmungen der im Gerichtssaal anwesenden APA-Redakteure wiedergegeben werden.

 

Wenn man selbst im Gerichtssaal das Geschehen verfolgt und dann die entsprechenden APA-Berichte liest, dann weiß man, was das heißt…

 

Hier der vollständige Bericht: https://alwacker.wordpress.com/2018/08/28/sind-die-apa-und-ihre-eigentuemer-ein-fall-fuer-die-wettbewerbsbehoerde/