DIE APA: GESCHICHTEN AUS EINER ANDEREN WELT…

 

Nicht, dass die, zurückhaltend formuliert, etwas grenzwertige Berichterstattung neu wäre, aber man ist doch immer wieder überrascht, wie sich Zeugenaussagen im Rahmen der Buwog Hauptverhandlungstage dann in der APA Zusammenfassung wiederfinden. Eine entsprechende Stilblüte wurde als Resümee des 141. Hauptverhandlungstages geliefert.

 

Da sagte Eduard Zehetner zu einer möglichen Involvierung vom damaligen Finanzminister Grasser in einen (von der Anklage behaupteten) unkorrekten Verkaufsprozess der Bundeswohnbaugesellschaften:  

 

„Da bleibe ich dabei, was ich schon in dem Interview im Jahr 2015 gesagt habe: Da gab es ein Bieterverfahren, da gab es Notartermine etc. Wie stellt man sich das vor, dass Grasser die Anbote nach Hause nimmt und dann unter Dampf öffnet? Das ist doch lächerlich! Was allfällige Provisionsvereinbarungen betrifft, so ist mir gegenüber nie der Name Grasser gefallen oder vermutet worden, auch jener von Plech nicht. Auch Peter Michaelis hat mir glaubhaft dargestellt, dass alles im Ausschreibungsprozess sauber abgelaufen ist. Wenn die Ergebnisse der ersten Runde unbefriedigend waren, so hätte ich genauso eine zweite Runde angesetzt“, so heute Zehetner sehr bestimmt.

 

Eine eindeutigere Entlastung durch eine Zeugenaussage ist kaum vorstellbar! Und was macht die APA in der Tageszusammenfassung draus?

 

Natürlich werden diese wortwörtlichen Aussagen Zehetners mit keinem Wort erwähnt, sondern übrig bleibt: „Während Zehetner Meischberger und Hochegger - und damit auch indirekt den Erstangeklagten Grasser – belastete…“

 

Apropos Headline „Zeuge Zehetner belastet Meischberger und Hochegger“, die ja offensichtlich ihren Zweck erfüllte und zumindest zwischendurch im Internet in vielen Medien zu lesen war. Die APA folgert das daraus, weil der Zeuge Zehetner mutmaßte (!), wie die APA selber schreibt, dass die beiden Lobbyisten ihre Nähe zum damaligen Finanzminister als „Geschäftsmodell“ verkauften; wobei der Zeuge ganz klar betonte, dass es aus seiner Sicht keine Involvierung Grassers gegeben habe, sondern dass es offensichtlich um eine vermutete Nähe, um eine Anscheinsvermutung, ging.

 

Was daran eine Belastung, sprich die Unterstellung einer nicht legalen Handlung durch Lobbyisten sein soll, bleibt ein ungelöstes Rätsel.

 

Noch dazu betonte der Zeuge mehrfach, dass er diesbezüglich keine einzige persönliche Wahrnehmung gemacht habe: „Ich kenne alles nur aus Erzählungen, oder auch aus Medienberichten, das sind jetzt natürlich keine Beweismittel….“

 

Man hat damit erreicht, was man offensichtlich erreichen wollte. Und wenn es auf Kosten der Wahrheit geht. In vielen Medien wurde die Headline „Zeuge belastet Meischberger und Hochegger“ unkritisch übernommen, weil es ja von der APA kommt… 

 

Österreichischer Qualitätsjournalismus a la APA…