„DASS AUSSAGEN HOCHEGGERS MITUNTER MIT VORSICHT ZU GENIESSEN SIND…“

 

„Am Dienstag wird der Buwog-Prozess nach einer mehrwöchigen Sommerpause wieder aufgenommen. Mit auf der Anklagebank wird sich auch Ex-Lobbyist Peter Hochegger befinden, der bekanntlich etliche seiner Mitangeklagten, u.a. Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser, mit seiner Aussage in schwere Bedrängnis brachte. Doch dass Aussagen Hocheggers mitunter mit Vorsicht zu genießen sind, hat sich nun im Prozess des Shopbetreibers Rakesh Sardana gegen den Wiener Flughafen herausgestellt“, schreibt das Wirtschaftsmagazin Trend in seiner aktuellen Ausgabe.

 

Der Hintergrund: Sardana hatte den Flughafen im Jahr 2015 auf 168 Millionen Dollar verklagt, weil er dem Flughafen vorgeworfen hatte, ihn mit einer Schmutzkübelkampage in den Ruin getrieben zu haben. Für die Kampagne soll der Flughafen in den Jahren 2003/2004 Peter Hochegger beauftragt haben. „Wichtigster Zeuge für diese Klage, die in erster Instanz abgewiesen wurde, war Peter Hochegger selbst“, ist im Trend zu lesen. 

Und weiter: „Der Ex-Lobbyist schilderte in einer eidesstattlichen Erklärung, wie die ehemaligen Flughafen-Vorstände ihn gebeten hätten, den Ruf des Shopbetreibers auf unschöne Art zu vernichten, weil man ihn als unangenehmen Mieter am Flughafen Wien loswerden wollte.“ Alles nicht richtig, entschied nun das Landesgericht Wiener Neustadt. 

 

„Insgesamt waren die Angaben Hocheggers weitgehend unwahr“

 

„Insgesamt waren die Angaben des Beklagten (Anm. Hocheggers) im Widerspruch zu den übrigen Beweisergebnissen und weitgehend unwahr“, wird das Urteil des Gerichts zitiert. Insbesondere die Zeugen-Aussagen eines früheren Mitarbeiters von ihm hätten Hochegger widersprochen. Zu Redaktionsschluss sei gegen das Urteil seitens Hocheggers kein Rechtsmittel eingebracht worden, so der Trend.

 

In einem früheren Artikel in der Tageszeitung „Die Presse“ hieß es 2015: „Eine Schlüsselrolle in der Klage spielt der in Österreich wegen Untreue rechtskräftig verurteilte Lobbyist Peter Hochegger. Er ist einer von drei Zeugen, mit denen Sardana die ethnische Diskriminierung beweisen will. Hintergrund ist ein Konzept von Hochegger aus dem Jahr 2004, das der damalige Flughafen-Vorstand in Auftrag gegeben hat. Medienberichten zufolge handelte es sich um eine Schmutzkübelkampagne. Mit diesem Geheimplan sollte „der Inder“, wie Sardana in dem Papier genannt wurde, in den Ruin getrieben werden, so der Vorwurf“. Der Flughafen Wien nannte das einen „plumpen  Erpressungsversuch“.

 

„Affäre Schmutzige Wäsche“: Hochegger schrieb den Masterplan

 

In einem Klagsbegehren am OBERSTEN BUNDESGERICHT DES STAATES NEW YORK IN QUEENS (das vollständige Dokument ist im Internet abrufbar) ist unter anderem folgendes zu lesen: „…Im Dezember 2010 enthüllte die österreichische Presse die Existenz einer Verschwörung – gemeinhin als "Affäre Schmutzige Wäsche" bezeichnet – die 2004 vom Board der VIE als Teil einer geheimen Strategie, die Sardana und seine Geschäfte zerstören sollte, begonnen worden war. Das Komplott wurde entdeckt, als die Kriminalpolizei in Niederösterreich die Büros von Peter Hochegger in Verbindung mit einer ganz anderen Sache durchsuchte und sowohl den Masterplan als auch andere Unterlagen betreffend die Kampagne der Beschuldigten gegen Sardana entdeckte. … Die von der Polizei entdeckten Dokumente legten die direkten Rollen von Hochegger und der VIE in der "Affäre Schmutzige Wäsche" offen. Hochegger schrieb den Masterplan und stellte ihn dem VIEBoard vor. Der Masterplan beschrieb detailliert drei "Situationen" oder "Konflikte" am Flughafen Wien, gegen welche die VIE angehen wollte. … Peter Hochegger wurde mit der Aufgabe beauftragt, die Kampagne zur Zerstörung von Sardanas Geschäft in New York zu entwerfen. Hocheggers Agentur erstellte ein umfangreiches Dossier mit dem Titel "Dunkle Wolken über dem Sardanakonzern". Laut Hochegger bestand der Inhalt des Dossiers aus Wahrem, Halbwahrheiten und Lügen, die so ineinander verwoben waren, dass sie zu einem verheerend schlimmen und irreführenden Image von Sardana führten. … Nachdem Sardana vom Masterplan und der VIEKampagne, ihn und sein Geschäft zu ruinieren, erfahren hatte, gestand Hochegger diese Handlungen gegen Sardana freiwillig bei Verhören durch die Kriminalpolizei Niederösterreich und enthüllte unter Eid verschiedene Details des Masterplans und der Verschwörung…“

 

Wie bereits zitiert, berichtet der Trend nun aus dem Urteil des Landesgerichts Wiener Neustadt: „Insgesamt waren die Angaben des Beklagten (Anm. Hocheggers) im Widerspruch zu den übrigen Beweisergebnissen und weitgehend unwahr“.

 

Die Schadenersatzklage in den Vereinigten Staaten, die sehr stark auf einem „Geständnis“ Hocheggers aufgebaut war, war bereits im Mai dieses Jahres abgewiesen worden. Es gilt für alle Genannten die Unschuldsvermutung.