CAUSA „TODESLISTE“: NUN AUCH ORF JOURNALISTIN ANGEZEIGT

 

Michael Ramprecht ist der „Kronzeuge“ der Anklage im laufenden Buwog-Verfahren. Hat Ramprecht Probleme, dann weint er manchmal, manchmal schreit er aber auch. Das hat erst vor wenigen Tagen sein Bruder bekannt gegeben. Tatsächlich versorgte Ramprecht im Rahmen seiner Auftritte im Gerichtssaal die Zuhörer mit einer Reihe wirrer Geschichten. Besonders grotesk seine Geschichte von den belgischen Auftragstätern und der „Todesliste“, die er in Verbindung mit Walter Meischberger auftischte – und bei seiner Zeugeneinvernahme im Gerichtssaal wiederholte. Walter Meischberger hat den Zeugen der Anklage daraufhin angezeigt.

 

Ramprecht hat vor Gericht unter Wahrheitspflicht ausgesagt, dass er diese Informationen von einer besonders vertrauenswürdigen Person erhalten habe. Auf die Aufforderung der Richterin, den Namen bekannt zu geben, wollte Ramprecht dies zunächst verweigern bzw. dem Gericht weismachen, dass er den Namen plötzlich vergessen habe. Auf den Hinweis möglicher Sanktionen, wie beispielsweise Beugestrafe und in nächster Stufe Beugehaft hat Ramprecht dann seine Quelle bekannt gegeben. Es handelt sich dabei um die bekannte ORF Journalistin Sonja Sagmeister-Brandner.

 

Sagmeister-Brandner hatte schon vor längerer Zeit den Weg zu den Behörden gesucht, weil ihr im Zuge von Recherchen im Zusammenhang mit dem Themenkomplex Hypo bekannt geworden war, dass angeblich im  Auftrag eines früheren Bankmanagers ein Wolfgang K. hätte ermordet werden sollen. Ein Zusammenhang mit Walter Meischberger ergibt sich aufgrund der ursprünglichen Aussagen Sagmeisters allerdings nicht.

 

Aufgrund der Behauptungen Ramprechts unter Wahrheitspflicht sowie jüngster Aussagen eines weiteren Zeugen, des früheren Managers in der Soravia Gruppe, Martin Ohneberg, besteht nun der dringende Verdacht,  dass auch Frau Sagmeister-Brandner direkt in die Sache involviert ist und das Verbrechen der Verleumdung begangen hat, in dem sie Walter Meischberger durch die wiederholt aufgestellte Behauptung, dass dieser mit einer belgischen Organisation, welche auf die Organisation von Unfällen spezialisiert sei, der Gefahr einer behördlichen Verfolgung aussetzte, in dem sie diesen einer von Amts wegen zu verfolgenden mit Strafe bedrohten Handlung falsch verdächtigt hat und dabei wusste, dass die Verdächtigung falsch ist. 

 

Wie ist es dazu gekommen? 

 

Schon im Juli 2010 hatte Ramprecht beim Bundeskriminalamt Wien erklärt: „Eine mir namentlich bekannte Person ist in der letzten Woche an mich herangetreten und hat mir gegenüber erklärt, dass Mag. Martin Ohneberg auf Grund seines Wissens gefährdet sei. Es soll eine belgische Organisation geben, mit der Walter Meischberger in Kontakt getreten sein soll, welche auf die Organisation von ‚Unfällen‘ spezialisiert sein soll. Ich teilte dies Martin Ohneberg vorgestern im Café Dommayer mit, erzählte ihm was ich weiß und habe ihm empfohlen zur Staatsanwaltschaft zu gehen, weil ich glaube, dass das für ihn der sicherste Weg ist und dann vielleicht nichtmehr so gefährdet sei.“  

 

Martin Ohneberg, früherer Manager in der Soravia-Gruppe, trat nun ebenfalls als Zeuge beim Buwog-Prozess auf, und hat das Treffen und die Aussagen Ramprechts bestätigt. Ramprecht behauptete dabei, ich wüsste etwas, das Karl-Heinz Grasser schaden könnte und sollte mich mit der Staatsanwaltschaft in Verbindung setzen. Unter anderem habe ihn Ramprecht dazu aufgefordert, falsche Aussagen zu bestätigen, wonach „Erwin Soravia Ramprecht mindestens drei oder viermal zum Teil im Vier Augen-Gespräch, zum Teil im Beisein des Mag. Ohneberg erzählt habe, dass mein Freund KHG immer ausschließlich Cash genommen hat“. 

 

Offensichtlich um den Druck zu verstärken, wies Ramprecht Ohneberg darauf hin, er, Ohneberg, würde auf einer Todesliste des Herrn Meischberger stehen, die im Zusammenhang mit einer spezialisierten belgischen Organisation stünde. Seine Quelle für die Information wäre eine ORF-Journalistin namens Sagmeister.

Tatsächlich habe ihn kurz nach dem Treffen mit Ramprecht im Café Dommayer die ORF Mitarbeiterin telefonisch kontaktierte und diesem ebenfalls von der Todesliste berichtet, jedoch ohne Meischberger als Auftraggeber zu benennen. Auch diese empfahl Ohneberg seine (vermeintlichen) Wahrnehmungen hinsichtlich der Behauptung Ramprechts zu bestätigen.

 

Es besteht der Verdacht, dass Ramprecht und Sagmeister-Brandner durch diese wahrheitswidrige Behauptung versucht haben, Druck auf den Zeugen Mag. Martin Ohneberg auszuüben, damit dieser die falschen Behauptungen des Ramprecht in dessen Einvernahme vom 18.07.2010 vor dem BKI bestätige.

 

Somit ergibt sich daher der dringende Verdacht, dass auch die Verdächtige Dr. Sonja Sagmeister-Brandner das Verbrechen der Verleumdung nach § 297 StGB begangen hat, in dem sie Ing. Walter Meischberger durch die wiederholt aufgestellte Behauptung, dass dieser mit einer belgischen Organisation, welche auf die Organisation von Unfällen spezialisiert sei, der Gefahr einer behördlichen Verfolgung aussetzte, in dem sie diesen einer von Amts wegen zu verfolgenden mit Strafe bedrohten Handlung falsch verdächtigt hat und dabei wusste, dass die Verdächtigung falsch ist.

 

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