Die Ferndiagnose der Frau Moser, die den Prozess über Medienberichte „mitverfolgt“.

 

Alles andere wäre ja auch eine Überraschung gewesen… Gabriela Moser, ehemalige Grünen-Abgeordnete, fühlt sich auch nach ihrer Zeit als Parlamentarierin (die Grünen sind bekanntlich bei der letzten Nationalratswahl mit Bomben und Granaten aus dem Hohen Haus geflogen, nicht zuletzt aufgrund ihrer verhetzenden negativen Vorgangsweisen in so genannten, von den Grünen selbst hochstilisierten, „Korruptionsfällen“) bemüßigt, das laufende Gerichtsverfahren zu kommentieren. In Wirklichkeit eine verbotene Einflussnahme auf ein Strafverfahren – aber das ist man ja gewohnt… 

 

Frau Moser hat ja ihr ganzes Politikerinnenleben als „Jägerin“ von Grasser und Co. glänzen wollen. Das Ergebnis der Bemühungen war u.a., dass Frau Moser zuerst von der Liste der Grünen und danach, wie schon erwähnt, gleich alle Grünen aus dem Parlament geflogen sind. Frau Moser sieht möglicherweise jetzt im Polit-Ausgedinge ihre allerletzten Felle davon schwimmen – ansonsten würde sie wohl die Beurteilung dem hohen Gericht bzw. dem Schöffensenat überlassen. Und nicht über Glaubwürdigkeit diverser Aussagen schwadronieren.

Das Motto lautet offensichtlich: „Alles was gegen die Angeklagten verwendet werden kann ist gut“. In dem Sinne sei Hocheggers „Geständnis“ eine positive Überraschung für die Dame, Meischbergers Angaben halte sie natürlich nicht für glaubwürdig, Grassers Angaben könne sie auch nicht nachvollziehen - wie schon seit neun Jahren, wohl deshalb, weil es nicht in ihr politisches Konzept passen würde.

 

Die oberösterreichische pensionierte Lehrerin maßt sich auch an, öffentlich die Handlungsweisen höchster und best beleumundeter Beamter zu beurteilen, denn sie meint, „der frühere Kabinettchef hätte in höherem Auftrag handeln müssen“.

 

Die Angeklagten würden versuchen, „uns ein X für ein U vorzumachen“ und „sie ufern aus“. So lautet jedenfalls laut diesem Interview (natürlich von der APA) die Ferndiagnose der Dame über das Verhalten des Angeklagten. Sie gibt somit ihre Eindrücke über das Verhalten der Angeklagten vor Gericht wieder, obwohl sie sich nach eigenen Aussagen nicht die Mühe gemacht hat, den Buwog Prozess auch nur einen Tag direkt vor Ort zu verfolgen. Entlarvende Aussage im Interview: „… meint Moser, die den Prozess über die Medienberichte mitverfolgt“ (!)

 

Also Informationen aus zweiter Hand werden offensichtlich zu „schuldig im Sinne der Anklage“ verwertet. „Wir wern kan Richter brauchn“… Frau Moser verdankte dem Thema eine gewisse fragwürdige Popularität in bestimmten Kreisen, die ihr mittlerweile im politischen Pensionsleben scheinbar abhandengekommen ist. Sie hat ihre (Vor)Arbeit geleistet, dass etwa die leidige Schmierenkomödie von Kabarettisten, FALTER Chefredakteur Klenk und dem damaligen Rektor Mayer auf Universitätsboden stattfinden konnte. Mittlerweile haben sich diese abgehörten Telefoninterviews im Rahmen der Hauptverhandlung als entlastend herausgestellt.

 

Frau Moser war Teil dieser geschmacklosen „Korruptions-Clubbings“, wo auch andere Ex-Grünen-Politiker wie Werner Kogler, Eva Glawischnig (mittlerweile zu Novomatic gewechselt) und dem nunmehr durch seine unkontrollierten Hände, verbunden mit enormen Erinnerungslücken bekannt gewordenen Peter Pilz brillierten; alles auf Kosten des Ex-Finanzministers, der quasi als „vogelfrei“ erklärt wurde. Natürlich gilt auch für Pilz die Unschuldsvermutung.

 

Schon einmal ist eine offensichtlich Ferndiagnose in die Hosen gegangen: Grasser-Jägerin Gabriela Moser hatte Grasser Anfang 2011 auf Facebook und der Grünen-Homepage als „Schutzpatron der Steuersünder“ bezeichnet, der „befreundeten Unternehmen wie Swarovski, Glock oder AvW Steuerprüfungen erspart haben soll“, also Amtsmissbrauch begangen hätte. Einem OGH Urteil zufolge musste sich Moser bei Grasser entschuldigen, die Prozesskosten tragen und im Fernsehen eine Entgegnung verlesen, ist in diversen Medienberichten nachzulesen.

 

Für ihre süffisanten Anschuldigen fehlte nämlich nur ein wichtiges Detail: der Beweis.

 

Aber das war ja damals und auch heute nicht so wichtig. Wichtig ist, sich erstens wieder mal ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken und zweitens gezielt Nadelstiche zu setzen, denn – gelernt ist gelernt - das Prinzip der Anschüttungen hat in der Öffentlichkeit noch allemal funktioniert: „Irgendwas wird schon hängen bleiben…“