WARUM DER GUTACHTER EIN GEFÄLLIGKEITSGUTACHTEN LIEFERTE…

 

Die Staatsanwaltschaft begründet ihre Beschuldigungen gegen Meischberger in der Causa Telekom teilweise auf das Gutachten des Sachverständigen Matthias Kopetzky. Kopetzky moniert dass „seiner Meinung nach“ keine Leistung hinter der Rechnungslegung seiner ZehnVierzig GmbH an die Telekom AG feststellbar ist. Dazu stellte Meischberger in seiner Darstellung vor Gericht Folgendes fest:

  • Kopetzky übersieht vollkommen, wie viele unterschiedliche und gewichtige Beweggründe es innerhalb wirtschaftlicher, politischer und unternehmerischer Entscheidungen geben kann.
  • Kopetzkys Expertise beschränkt sich laut Auszug aus dem Sachverständigen-Register auf die gutachterlichen Kompetenzen bezüglich „forensischem Rechnungswesen, auf Buchführung, Bilanzierung, Jahresabschluss, Personalverrechnung“. Dies bedeutet konkret: Kopetzky kann eine Rechnung ein- und zuordnen, einen Rechnungstitel einordnen, dahinter stehende Zahlungsflüsse dokumentieren und einordnen. Er kann aber nicht Leistungen, die hinter diesen Rechnungslegungen und Zahlungsflüssen stehen, feststellen, bewerten oder gar beurteilen. Genauso wenig, wie die hier anwesenden Staatsanwälte…
  • Die Beurteilung von Leistungen hinter Rechnungslegungen eines strategischen Beraters sind in diesem schmalen Portfolio Kopetzkys nicht enthalten. Trotzdem versteigt er sich in seinem so genannten Gutachten zu einer ihm nicht zugängigen Beurteilung meiner Leistung.
  • Für eine fundierte sachverständige Beurteilung dieser meiner Leistungen wäre wohl ein Gutachten eines ausgewiesenen Sachverständigen für Berufskunde vonnöten gewesen. Ein Gutachten von jemand, der sich im ebenso seltenen wie vielfältigen und komplexen Berufsbild eines strategischen Beraters mit politischem Hintergrund auskennt.
  • Die unzulängliche und unzuständige Beurteilung meiner Leistung durch Kopetzky und deren Einordnung der Staatsanwaltschaft ist wohl ein klarer Hinweis auf eine „Gefälligkeitsgutachterei“ Kopetzkys, der seinen Lebensunterhalt hauptsächlich mit Aufträgen der Staatsanwälte verdient, und von deren Auftragsvergaben abhängig ist, und den verzweifelten Versuchen der Staatsanwaltschaft, irgendwo schuldhaftes Verhalten meinerseits zu konstruieren.

 

Das Wirtschaftsmagazin Trend schreibt dazu im August 2014 Folgendes: „…nicht allein die hohen Gutachterkosten werden von Beobachtern als problematisch eingestuft, auch die Beschränkung auf einige wenige Experten sorgt für Kritik. So hat der Rechnungshof in seinem Bericht zu den Staatsanwaltschaften jüngst angemerkt: ‚Bei den überprüften Staatsanwaltschaften stellte der RH eine Konzentration sowohl von Aufgaben als auch von Ausgaben, insbesondere in Wirtschaftsstrafsachen, fest.“2012 entfiel auf die drei meistbeschäftigten Sachverständigen in Wien ein Anteil von 43 Prozent‘. Insider meinen, dass diese drei die Herren Gerhard Altenberger, Thomas Keppert sowie das Duo Martin Geyer und Matthias Kopetzky sein könnten…“ (Anmerkung der Redaktion)

 

„Berufskundliche Expertise hat weder der Sachverständige, noch die Staatsanwaltschaft!“

 

Walter Meischberger weiter wörtlich: „Kopetzky kann aufgrund seiner nicht vorhandenen Kompetenz nicht sehen, nicht wissen und vor allem nicht bewerten, was ich damals wusste, was ich in der Lage war, in strategische Ziele für die eingebundenen österreichischen Leitunternehmen zu formen, welche konkreten Synergien zwischen verschiedenen Unternehmen ich erkannt habe, welches Vertrauensverhältnis zwischen mir und den entscheidenden Personen bestanden hat, wie ich die Verbindungen zwischen diesen Personen herstellte, wie ich Ideen präsentiert habe, wie es mir gelungen ist, komplexe Systeme großer Unternehmen zur jeweiligen Entscheidung zur gemeinsamen Zusammenarbeit zu bewegen, wie ich ständig neue essentielle Informationen aufgenommen und an die richtigen Stellen weitergeleitet habe, wie ich das komplizierte, dynamische Gesamtgebilde ständig beobachtet und geistig stetig mit- und weiterentwickelt habe.“

 

Meischberger weiter: „Kopetzky kann aber vor allem eines in keiner Weise beurteilen: Den Wert, den eine erfolgreiche Umsetzung eines Projektes für die Auftrag gebenden Unternehmen gehabt hat, bzw. gehabt hätte. Ohne Grundlage einer entsprechenden berufskundlichen Expertise kann er die Angemessenheit meiner Entlohnungen nicht beurteilen. Und diese berufskundliche Expertise hat weder dieser Sachverständige von was auch immer, noch die Staatsanwaltschaft, noch die erhebenden Behörden. Deshalb habe ich selbst einen gerichtlich beeideten Sachverständigen mit der Kompetenz und Zulassung eines berufskundlichen Gutachters beauftragt, meine Kompetenzen, meine Tätigkeiten und meine Verrechnungen zu begutachten und zu bewerten. dieses Gutachten werde ich beizeiten nachliefern.

 

300.000 Euro für „Gefälligkeits-Dilettanterei“

 

Zurück zu Kopetzky. Zumindest seine eigenen Defizite bezüglich seiner Kompetenzen zur Beurteilung einer derart spezifischen und komplexen Sachlage der von mir erbrachten Leistung hätte der Herr ‚Sachverständige‘ sachverständig erkennen und gegenüber dem Staatsanwalt auch aussprechen müssen. Vor allem in Anbetracht jener fürstlichen Honorare, nämlich mehr als 300.000 Euro, die dieser auf Anweisung von der Staatsanwaltschaft aus Steuergeldern für diese ‚Gefälligkeits-Dilettanterei‘, überwiesen bekommen hat.

 

Wenn es in diesem Fall Korruption und Untreue zu untersuchen gibt, dann sollte man sich auch das Abhängigkeitsverhältnis des ‚Sachunverständigen‘ zu den Auftragsvergaben der Staatsanwälte näher anschauen.

Denn diese brauchen eine derartige Gefälligkeitsbegutachtung und Interpretation, um eine - den Fakten nicht zu entnehmende Beweisgrundlage - zu haben. Sie brauchen diese Grundlage, um eine politisch opportune Anklage aufzubauen, und politisch unangenehme Persönlichkeiten auf diese Weise zu ruinieren.

 

Im Gegenzug braucht der Sachverständige zukünftige Aufträge aus der Staatsanwaltschaft. Wahrscheinlich wird man in diesem Abhängigkeitsverhältnis am ehesten auf der Suche nach korrumpierten Verhalten fündig.

Ergo: Kopetzkys Schlüsse - meinen Verrechnungen stünden keine adäquaten Leistungen gegenüber - stimmen mit der realen Verhältnissen nicht überein. Sie sind außerhalb seines Kompetenzbereiches - und sie sind falsch.

 

Die darauf aufbauenden, weiteren Interpretationen der Staatsanwaltschaft sind daher ebenso falsch, einseitig und dienen nicht der Wahrheitsfindung. Im Gegenteil: Kopetzkys inkompetente und falsche Ausführungen haben den Staatsanwalt auf eine falsche Spur geführt. Mit der Konsequenz  jahrelanger, extrem aufwendiger Ermittlungen ohne Ergebnisse. In diesem und in anderen Verfahren.