UND SCHON WIEDER EINE JOURNALISTISCHE GEMEINHEIT!

 

Man glaubt ja nicht, zu welchen Blüten manche Medien fähig sind. Eine ganz besondere Gemeinheit leistete sich die Kleine Zeitung in der Printausgabe vom 13. Dezember 2018. Sie schreibt tatsächlich: „Der umfangreiche Korruptionsprozess Grasser-Telekom-Valora hat am Mittwoch seinen ersten Jahrestag gefeiert“.

Die Kleine Zeitung, die ohnehin von Beginn weg kaum einen Zweifel gelassen hat, wen sie für schuldig hält, schreibt nun also vom „Korruptionsprozess Grasser-Telekom-Valora“. Und wirft damit sämtliche journalistische Sorgfaltspflicht über Bord. Selbst wenn man zur journalistischen Vereinfachung bzw. Zuspitzung neigt, ist das eine Gemeinheit!

 

Dem Schreiber oder der Schreiberin (der Bericht ist nicht namentlich gekennzeichnet) ins Stammbuch geschrieben: Das Faktum Telekom, das derzeit im Rahmen der Hauptverhandlung abgehandelt wird, hat mit Karl-Heinz Grasser überhaupt nichts zu tun! Auch wenn von mehreren Medien (und natürlich auch von der Staatsanwaltschaft) mit aller Kraft versucht wird, Grasser hier hineinzuziehen…

 

Laut Eigendefinition ist die Kleine Zeitung „eine unabhängige Tageszeitung und steht auf dem Boden christlicher Weltanschauung“. Ist das wirklich vereinbar damit, dass man einen Menschen in übelster Form namentlich in ein Verfahren hineinzieht und gezielt anpatzt? Oder ist das einfach nur logische Fortsetzung und Beitrag der Kleinen Zeitung zur - seit nunmehr fast einem Jahrzehnt gepflegten - medialen Vorverurteilung? 

 

Dass die APA und andere Medien auch immer wieder vom „Grasser-Buwog-Prozess“ bzw. überhaupt nur „Grasser-Prozess“ berichten, macht die Sache um keinen Millimeter anständiger – aber wie gesagt: Ist nur die Fortsetzung der jahrelangen medialen Vorverurteilung mit anderen Mitteln…