WARUM WERDEN KERNAUSSAGEN IM PROZESS MEDIAL BEWUSST VERSCHWIEGEN?

 

Am 12. Dezember hat Peter Hochegger im Rahmen der laufenden Hauptverhandlung auf die Frage der Richterin, wie und ob er die Leistungen Walter Meischbergers wahrgenommen habe, folgende Antwort gegeben: „Meischberger war für die Telekom die 10.000 Euro pro Monat jedenfalls wert, das kann ich mit gutem Gewissen sagen!“ 

 

Und auf die Frage, inwieweit Meischberger eventuell davon wusste, dass für 2008 zwar der Vertrag verlängert wurde, aber man nicht mehr plante, Leistungen abzurufen (wofür sich Hochegger auch „schuldig“ bekennt, ebenso wie Ex-Telekom Vorstand Fischer), antwortete Hochegger: „Ich hatte diesbezüglich nur ein Gespräch mit Mag. Fischer, wo Meischberger sicher nicht dabei war.“ 

 

Für den Drittangeklagten Walter Meischberger im Rahmen des Telekom-Prozesses eine Kernaussage, die jene frühere Aussage vom Ex-Telekom-Vorstand Fischer bestätigt hat, und eindeutig belegt, dass dieser Teil der Anklage in sich zusammengebrochen ist. Wörtlich hatte Fischer bei seiner Befragung am 13. Dezember ausgesagt: Fischer: „Meischbergers Engagement war für Telekom wichtig und erfolgreich“.

 

Ergänzt wurde dies noch durch eine Anmerkung Hocheggers, dass die Leistungen Meischbergers in der Zeit vorher wesentlich höher als das Honorar einzustufen gewesen wären, und quasi auch geringere Aktivitäten im Jahr 2008 schon überkompensiert hätten.

 

Eine derartige entscheidende Aussage für den Prozessverlauf kann man klarerweise auch in der Prozessberichterstattung in den Medien wiederfinden? Sollte man meinen. Mitnichten! Kein Wort davon, im Gegenteil: Es wird ausschließlich die Aussage Hocheggers in den Mittelpunkt gestellt, dass er sich, wie auch Fischer, schuldig bekennt, dass 2008 der Vertrag mit Meischberger verlängert wurde und Honorare aus der Valora ausbezahlt wurden, mit dem Wissen, dass der Gegenwert an Leistungen nicht mehr abgerufen werden würde.

 

Fischers und Hocheggers Aussagen widerlegen Behauptungen der Staatsanwaltschaft

 

Nochmals: Die Staatsanwaltschaft behauptet: „Eine fremdübliche Gegenleistung erhielt die TELEKOM AUSTRIA AG bzw. die TELEKOM AUSTRIA TA AG für diese Zahlungen … an Ing. Walter MEISCHBERGER nicht“. 

 

Die Ankläger berufen sich dabei u.a. auf einen Gutachter bzw. „Sachverständigen“, der gar nicht die nötige Kompetenz mitbringt, um Leistungen im Bereich Lobbying bzw. insbesondere Strategische Kommunikation zu bewerten.

 

Die wichtigsten Personen, die entsprechende Leistungen des Walter Meischberger im genannten Zeitraum bewerten können, sind die direkten bzw. indirekten Auftraggeber und somit jene, welche die Leistungen auch laufend evaluiert haben. Und das sind gesamthaft genau zwei Personen: Mag. Rudolf Fischer, damals Telekom-Vorstand und direkter Auftraggeber und auch jene Person, welche die Auswirkungen der Aktivitäten des Walter Meischberger nach ihrer Wertigkeit zu beurteilen hatte; und eben Peter Hochegger, über dessen Agentur die Gesamtbetreuung der Telekom lief (wovon Meischberger ein Teil war), und über dessen Unternehmen Valora AG auch die Auszahlung der Honorare an Meischberger lief.

 

Und beide bestätigen vor Gericht: „Meischberger war im Sinne der Telekom sehr erfolgreich tätig und hat jedenfalls Leistungen erbracht, welche die monatlichen Zahlungen (zumindest bis 2008) rechtfertigen!

 

Unter dem Motto: Es kann nicht sein, was nicht sein darf (aus Sicht der medialen „RichterInnen“) werden also beinhart derartige Kernaussagen völlig negiert bzw. verschwiegen. Leider nicht neu und seit 12.12.2017, dem Prozessstart, immer wieder gehandhabt, denn offensichtlich hat man nur Platz für Belastendes. Kein Ruhmesblatt für die Branche… 

 

Das zahlende Publikum (Zeitungskonsumenten, Fernseher etc.) wird in die Irre geführt – und ist dann bass erstaunt, wenn es die (medial ungefilterte) Realität erlebt (etwa direkt im Gerichtsaal). Was bleibt ist die Genugtuung, dass alle wichtigen Aussagen sich im Verhandlungsprotokoll wiederfinden!