KARL-HEINZ GRASSER: KLARSTELLUNGEN…

 

Unmittelbar nach den Zeugenaussagen von Ex-Staatssekretär Alfred Finz, Sektionsleiter Michael Svoboda und Abteilungsleiter Josef Mantler zog Karl-Heinz Grasser ein kurzes Resümee:

 

Zur zweiten Bieterrunde (Last Final Offer)

 

Alle drei Zeugen (Finz, Mantler und Svoboda) haben klar bestätigt, dass diese zweite Bieterrunde vom Berater Lehman Brothers und den Experten aus dem Haus empfohlen wurde. Die Gründe wurden von diesen sachlich und unmissverständlich herausgearbeitet:

  • Das Angebot des Österreich-Konsortiums war zu unbestimmt und ließ keinen klaren Preisvergleich zu.
  • Die CA Immo hatte unter dem Titel Zinsänderungsrisiko einen 60 Mio.-Abschlag vorgenommen.

 

Die Chance, einen deutlich höheren Preis zu erzielen war somit offensichtlich. Was im Rahmen des Buwog-Verfahrens gerne unter den Tisch gekehrt wir: Diese Empfehlung und Umsetzung hat der Republik Österreich und damit dem Steuerzahler rund 40 Millionen Mehrertrag gesichert!

 

Zur 960 Mio. Euro „Finanzierungsbestätigung“

 

Zu dieser so genannten „Finanzierungsbestätigung von 960 Mio. Euro inkl. Transaktionskosten“, die sich in den Unterlagen von Lehman findet und wiederum Raum für zahlreiche Mutmaßungen bietet: Auch hier fühle ich mich von den unmissverständlichen Aussagen der drei Zeugen bestätigt, Beispielsweise sagte Mantler heute: „Die Darstellung der Zahl 960 Millionen Gesamtinvestitionsvolumen hat mir eigentlich gar nichts gesagt. Ich konnte aus dieser Zahl 960 Mio. mit Sicherheit keine Rückschlüsse auf ein Finanzierungslimit ziehen!“. 

Oder Finz gestern: „Diese Finanzierungsbestätigung war für uns ganz klar kein Kreditlimit und somit kein Anhaltspunkt für eine Offerthöhe in einer weiteren Runde.“

 

Zur sehr interessanten Aktenlage

 

Zum Thema der Erwähnung der 960 Mio. hörten wir bei den Zeugenbefragungen auch Aussagen wie „vielleicht ein Lapsus passiert“, oder „möglicherweise gegenseitig ausspioniert“.

 

Wesentlich in diesem Zusammenhang ist eine ganz neue Aktenlage, die besagt, dass der Aufsichtsrat der CA Immo bereits am 3. Juni 2004 einen Beschluss auf einen Gesamtangebotspreis von bis zu 960 Millionen Euro beschloss (Anmerkung: Das darf nicht mit der Finanzierungsbestätigung von Lehman verwechselt werden!).

Das bedeutet, dass eine Vielzahl von Personen aus verschiedensten Gremien der Bank bzw. CA Immo von dieser Zahl gewusst haben. Es sei nochmals auf die Bemerkungen des Sektionsleiters Svoboda von gestern hingewiesen: Zum knappen Abstand zwischen den zwei Bietern habe er sich später überlegt, ob nicht jemand aus dem Team der Bank Austria – die die CA Immo finanzierte – zuviel geredet hätte…

 

Tatsache ist, und auch das wurde von den Zeugen absolut bestätigt: „Ich habe keine unsachgemäßen Maßnahmen gesetzt und bin in jeder Phase allen Empfehlungen der Experten und Beamten gefolgt!“