„Liefern Sie mir den Magister Grasser, es wird Ihr Schaden nicht sein“

 

Es gibt ja bekanntlich Gerüchte, dass Peter Hocheggers „Teilgeständnis“ auf einen Deal mit der Justiz zurückzuführen sein könnte. Das wäre eine unzulässige Absprache und somit Amtsmissbrauch. Diese Gerüchte befeuert jedenfalls ein Brief des damaligen Hochegger-Anwalts an die Chefin der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft bzw. ein im Anschluss stattgefundenes Treffen. Der Anwalt formuliert in verklausulierter Form: „Im Grunde eines weisen Rats bitte ich höflichst zur Ventilierung der Strafrechtssache … um einen Termin…“


Hochegger hatte zuerst kategorisch ein derartiges Treffen abgestritten und dann scheibchenweise zugegeben, dass es entsprechende Anwaltsaktivitäten gegeben habe. Was tatsächlicher Inhalt des Gesprächs zwischen Korruptionsstaatsanwaltschaft und Hochegger-Anwalt war, ist bis heute ein Geheimnis. Interessanterweise wurde das Ganze auch nie in den Akt aufgenommen…


Der STANDARD schreibt jedenfalls am 23.01.2018: „Im Vorfeld des Prozesses soll Hochegger aber tatsächlich versucht haben, strafbefreienden Kronzeugenstatus zu bekommen, erzählen mit der Causa Vertraute aus der Justiz…“


Für weiteren Nährboden für derartige Annahmen, insbesondere auch was das Verhalten der Staatsanwälte betrifft, sorgte dann die Hauptverhandlung vom 1. Februar 2018:


Karl Petrikovics, als damaliger Immofinanzchef einer der Repräsentanten des so genannten Österreich-Konsortiums, sagte, dass der frühere Staatsanwalt im Verfahren, Norbert Haslhofer, ihn bei seiner ersten Vernehmung im Herbst 2009 aufgefordert habe: "Liefern Sie mir den Magister Grasser, es wird Ihr Schaden nicht sein."


„Ich bin selten sprachlos, damals war ich es aber…“, so Karl Petrikovics. Seine beiden ihn damals begleitenden Verteidiger, Professor Wolfgang Brandstetter (der spätere Justizminister) und Otto Dietrich, sein aktueller Anwalt, seien zusammengezuckt.