Warum Hocheggers „Teilgeständnis“ eine Lüge sein muss

 

In der ZIB2 vom 1. August 2018 wurde eine „Zwischenbilanz“ zum laufenden Buwog-Prozess gezogen. Im Anschluss daran gab es eine Studiodiskussion mit Grasser-Verteidiger Manfred Ainedter und Profil-Redakteur Michael Nikbakhsh. 

 

Offensichtlich ist – dies kam auch bei dieser Sendung durch -, dass die Erwartungshaltung viel, viel größer war, denn das bisherige Beweisverfahren hat durchwegs Entlastendes für die Beschuldigten ergeben – von den Telefonüberwachungsprotokollen bis zu Meischbergers „Tagebuch“. Und seit dem 47. Verhandlungstag wissen auch alle, dass das Trumpfass „Bewegungsprofil“ unbrauchbar ist, weil äußerst lückenhaft und mit mindestens mehr als einem Dutzend Fehlern behaftet.

 

Das so genannte Schwiegermuttergeld nimmt zwar breiten Raum ein und wurde bis dato tagelang abgehandelt. Das interessante an dieser Geschichte ist aber, dass sie nichts direkt mit der Buwog zu tun hat und dieser Schwiegermutter-Aspekt nur eingeflochten wurde, um Grassers Glaubwürdigkeit zu erschüttern. Das sagt niemand geringerer als der Profil-Redakteur Michael Nikbakhsh.

 

By the way: Man muss sich diese Aussage einmal auf der Zunge zergehen lassen! In den Prozess wird ein Thema hineingenommen, das mit dem Vorwurf selbst überhaupt nichts zu tun hat, nur um die Glaubwürdigkeit eines Angeklagten zu erschüttern. Eigentlich ein Skandal, aber nicht mehr wirklich überraschend, wenn man die Vorgangsweise der Staatsanwaltschaft Revue passieren lässt.

 

In Wirklichkeit ist es also ohnehin völlig egal, wann genau diese Geldübergaben stattgefunden haben, die Grasser (nach immerhin mehr als einem Jahrzehnt) keinem genauen Datum bzw. Wochenende mehr zuordnen kann. Denn Fakt ist (das gibt ja selbst die Staatsanwaltschaft zu), dass dieses Geld nie und nimmer aus Meischbergers Buwog Provision stammen kann, da Walter Meischberger seine Provision, oder auch nur einen Teil davon, zum Zeitpunkt, als Karl-Heinz Grasser das Geld (also in Summe 500.000 Euro) auf das Konto eingezahlt hatte, noch gar nicht erhalten hat.

 

Bleibt nur mehr das so genannte Teilgeständnis des Peter Hochegger, auf dem jetzt alle Hoffnungen der Grasser & Co. Gegner ruhen. Aber dieses Teilgeständnis, auch wenn es viele nicht wahrnehmen wollen, ist OBJEKTIV NACHWEISBAR gelogen!

  1. Weil zwei der drei ihm gegenüber angeblich genannten Konten nachweisbar erst viel später, das Konto „Karin“ am 27. Oktober 2005 und das Konto „Natalie“ gar erst am 6. Dezember 2005, also mindestens drei Monate nach der von Hochegger selbst festgelegten Nennung, gegründet wurden. Nun wird gerne eingewendet, dass Hochegger doch (nach der x-ten Nachfrage) meinte, dann hätte er sich eben im Gesprächszeitpunkt geirrt. Aber genau da ist Hochegger in seiner Vorbereitung auf die Lügenkonstruktion ein fataler Fehler unterlaufen, denn: 
  2. Das Gespräch Hocheggers mit dem Bankberater, wo es diese angebliche Offenbarung gab, war auf einen ganz bestimmten Zweck abgestellt. Hochegger musste als Eigentümer der Astropolis mit dem Bankberater die entsprechenden Formalismen klären, damit die (erste)  Transaktion des Provisionsanteils von Walter Meischberger durch die Servicegesellschaft Omega über die Bühne gehen konnte. Dieser Vorgang musste nach Aktenlage – und das ist unstrittig - allerspätestens am 23. September 2005 abgeschlossen sein. 
  3. Da diese Deadline für das Gespräch also allerspätestens der 23. September 2005 bzw. mindestens ein paar Tage oder Wochen vorher war, tritt also wieder Punkt 1 in Kraft: Denn zu diesem Zeitpunkt waren weder das Konto „Karin“ (eröffnet am 27. Oktober 2005), noch das Konto „Natalie“ (eröffnet am 6. Dezember 2005) existent. Damit ist Hocheggers Aussage eindeutig und unwiderlegbar als Lüge überführt.“ 
  4. Dass das Gespräch auch tatsächlich Anfang September 2005 stattgefunden hat, dafür spricht ein nach dem Gespräch nach Zypern verschicktes E-Mail klare Bände.