RAMPRECHTS BRUDER: „MANCHMAL WEINT ER, MANCHMAL SCHREIT ER…“

 

Die Neuigkeit zuerst: Bisher hatte Michael Ramprecht immer behauptet, er sei mit Sicherheit selbst zu diesem ominösen Tennismatch mit dem Kommerzialrat Plech gefahren, könne er aber nicht mehr sagen, wo die Halle steht, weil er die Adresse ins Navi seines Autos getippt habe. Nun besteht sein Bruder Christian Primig darauf, dass er Ramprecht zum Match gebracht, und wie vereinbart, nach zwei Stunden auch wieder abgeholt hätte. Diese Chauffeurstätigkeit für seinen Bruder zu einem Tennisspiel habe genau ein einziges Mal stattgefunden. Bei der Rückfahrt habe ihm Ramprecht von der angeblichen Offenbarung durch Plech erzählt („abgekartetes Spiel“) und er sei sehr entrüstet gewesen und habe verlautet, er werde alle anzeigen.

 

Interessant auch die Bemerkung bei dieser Rückfahrt vom Tennisspiel, sein Bruder habe betont, „er müsse jetzt bei irgendeiner Kommission alles umdrehen“. Gemeint ist offensichtlich die Vergabe der begleitenden Investmentbank, die hatte allerdings schon Mitte 2002 stattgefunden. Seine Chauffeurstätigkeit und die Bruder-Aussagen waren allerdings im Mai 2004 (!).

 

Ansonsten blieb der Zeuge bei seinen bisherigen Aussagen. Allerdings nicht ohne neuerliche „Berichtigungen“:

  • Dass „es sicher bessere Brüder“ gebe, habe er vermutlich nicht gesagt, jedenfalls sei er sehr überrascht, dass das Thema ist.
  • Dass Caroline Ramprecht, nachdem Plech die Zusammenarbeit mit ihr beendet hatte, davon sprach, dass sie „Ernst Plech gefragt habe, ob sie mehr Gehalt haben könne“, wie er unter Wahrheitsplicht ursprünglich aussagte, stimme so nicht. Es sei nicht um das Gehalt gegangen, wie er später erfahren habe: „Dann war die Aussage falsch!“
  • Dass Plech – nachdem er ihm vor Vorhaben seines Bruders erzählt hatte, ihn anzuzeigen, und dass er diverse Gespräche auf Tonband aufgenommen hätte – gedroht habe: „Ich werde Ihren Bruder und seine Familie vernichten“ stellt Primig heute neuerlich so dar und ergänzte: „Er sagte, er bringt meinen Bruder und seine ganze Familie um, es ging um Leben und Tod!“. Eine halbe Stunde später bestritt er energisch, das gesagt zu haben. Auf die Frage, ob er ausschließen könne, dass „vernichten“ auch auf juristischer Ebene gemeint sein könne: „Ich habe das halt so aufgefasst…“

 

„WAHRNEHMUNGEN VOM HÖRENSAGEN…“

 

Er, Christian Primig, habe Ernst Plech allerdings sehr gemocht und geschätzt, weil er ihm viele Möglichkeiten eröffnet habe. Im Büro habe es eine wirklich sehr gute Atmosphäre gegeben. Trotz dieser von ihm wahrgenommenen „Todesdrohungen“, die er dann wieder zurücknahm, blieb Primig interessanterweise noch längere Zeit Mitarbeiter in Plechs Firma. Diese angeblichen „Todesdrohungen“ dürften doch nicht besonders nachhaltig gewirkt haben. Das ganze Thema sei dann im Sand verlaufen, man habe nie wieder darüber geredet…

 

Frage: „Hatten Sie jemals direkte Wahrnehmungen, diese angeblichen Sprachdateien Ihres Bruders betreffend?“

 

Primig: „Nein, ich weiß bis heute nicht, ob es die wirklich gab!“

 

Frage: „Hatten Sie generell einmal direkte Wahrnehmungen zu den Behauptungen Ihres Bruders?“

 

Primig: „Nein. Meine Wahrnehmungen sind Wahrnehmungen vom Hörensagen!“

 

Frage: „Wie reagiert Ihr Bruder bei schwierigen Situationen, beispielsweise als er erfahren hatte, dass er als Geschäftsführer der Bundesbeschaffungsgesellschaft nicht mehr verlängert wird?“

 

Primig: „Manchmal weint er, manchmal schreit er!“

 

CAROLINE RAMPRECHT: „DAS HAT ALLES MEIN MANN MICHAEL ERZÄHLT!“

 

Selber hat sie keinerlei Wahrnehmungen über das „Tennisgespräch“ ihres Mannes mit Ernst Plech. Auch nicht über Ungereimtheiten die Lehman Vergabe betreffend oder den Verkaufsprozess der Bundeswohnungen. Caroline Ramprecht, die Ehefrau des „Kronzeugen“ der Staatsanwaltschaft, hat heute als Zeugin präzisiert: „Keine Wahrnehmungen dazu. Gar nichts. Das hat alles mein Mann Michael erzählt!“

 

Auch dass ihr Mann 2008 als Geschäftsführer der Minopolis fristlos entlassen worden war, war ihr bis heute nicht bekannt: „Meines Wissens hat mein Mann Michael gekündigt!“.

 

Anmerkung: Wie der damalige Soravia-Vorstand sowie Gesellschafter berichteten, wurde Ramprecht in Wirklichkeit wegen Unregelmäßigkeiten zunächst mehrfach verwarnt und dann fristlos entlassen. 

 

Ansonsten hielt sie alle ihre bisherigen Aussagen aufrecht, was ihre „Verabschiedung“ bei der Firma Plech & Plech, wo sie ca. acht Monate tätig war, aufrecht, „eine Zusammenarbeit, die ihr Mann nie gewollt habe“. Plechs Stimmung wäre an diesem Tag sehr schlecht gewesen. 

 

Grundsätzlich habe sie sich in der Firma aber sehr wohl gefühlt, Grasser oder Meischberger habe sie jedoch nie wahrgenommen. Mit Plech und dessen Frau habe sie im Laufe der Jahre zwischen 2000 und 2003 ein paar private Kontakte gegeben. Plech habe ihr aber nichts anvertraut und sie ihm auch nicht.  

 

Ihr Mann Michael habe ihr dann jedenfalls etwa eine Woche nach ihrem Abschied bei der Firma Plech & Plech seine Version erzählt, warum es zum Rauswurf gekommen sei. Beim Tennismatch habe ihm Plech offenbart, dass das Ganze mit dem Buwog Verkauf nicht rechtens war, man ihm auch Geld geboten hätte.

Frage der Richterin: „Wenn Sie jetzt vom Buwog-Verkauf sprechen. Es gab zu diesem Zeitpunkt des Tennisgesprächs ja noch gar keinen Zuschlag?“

 

Antwort Caroline Ramprecht: „Ich erzähle nur das weiter, was mir Michael erzählt hat. Ich habe mit dem nichts zu tun! Auch alle meine Aussagen bei der Polizei basieren darauf, was mir erzählt wurde. Konkret habe ich jedenfalls keine Wahrnehmungen zu all den von meinem Mann getätigten Aussagen im Laufe der Jahre“.

 

Frage: „Wissen Sie von Tonbandaufnahmen, von gelöschten Bändern?“

 

Caroline Ramprecht: „Das war nie ein Thema, das kann ich ausschließen!“

 

Frage: „Zu den von Ihrem Mann behaupteten Äußerungen und Andeutungen von Irmgard Soravia?“

 

Caroline Ramprecht: „Das weiß ich ausschließlich aus Michaels Erzählungen, ich selber kenne Frau Soravia nur oberflächlich.“

 

Was die Vorgansweise ihres Mannes betrifft, so betonte Caroline Ramprecht heute: „Wir sind nicht einer Meinung. Er ist durch diesen Journalisten hineingerutscht. Wir beide haben unterschiedliche Standpunkte…“