ZEUGE UNTER WAHRHEITSPFLICHT: „RAMPRECHT HAT UNS BELASTET, BEDROHT UND VERSUCHT ZU ERPRESSEN“

 

Corona-bedingte Verhandlungspause und somit Zeit für einen Rückblick auf interessante Prozesstage. Am 14. Mai 2019, am 94. Verhandlungstag, stehen Zeugen vor Gericht, die mit dem so genannten Hauptbelastungszeugen Michael Ramprecht zusammengearbeitet - und so ihre Erfahrung gemacht - hatten.

 

Martin Ohneberg, früherer Manager in der Soravia-Gruppe, verweist eine Behauptung Ramprechts, die er von seinem Freund Berner gehört haben will, ins Reich der Phantasie: „Dass ich Herrn Berner gesagt haben soll, Grasser nehme nur in Bar, stimmt einfach nicht. Wir haben uns auf der Kärntnerstraße ein paar Minuten aufgrund des kurz vorher erschienenen Profil-Artikels unterhalten und ich werde auch aufgrund dieser Magazingeschichte allgemein gesagt haben: Wenn jemand in so einer Situation Geld nimmt, dann nur in Cash. Aber das war natürlich nicht auf Grasser bezogen und sein Name ist auch mit Sicherheit nicht gefallen. Das Ganze ist absurd!“ 

 

Und zur Geschäftsführertätigkeit von Ramprecht bei Minopolis, damals eine Tochtergesellschaft der Soravia-Gruppe: „Ramprecht stellte sich als äußerst schwierige Person heraus und musste relativ bald wegen Unregelmäßigkeiten und eines Tatbestandes, der stattgefunden hat auf einer Auslandsreise in Bahrain, entlassen werden. Der unmittelbare Anlass für die Entlassung war das Angebot Ramprechts gegenüber Geschäftspartnern der Soravia-Gruppe in Bahrain, ein geplantes Joint-Venture an der Gruppe vorbei mit ihm, Ramprecht, direkt zu realisieren.“ 

 

Die Reaktion Ramprechts war ähnlich, wie es bei anderen Problemen mittlerweile aktenkundig ist: Diverse E-Mails in denen ganz offen von Drohungen die Rede ist, Ramprecht werde mit seinem Freund und Medienexperten Berner medial an die Öffentlichkeit gehen, er werde „die Soravia-Olympiade gegen uns eröffnen!“ 

 

Ohneberg: „Wie Ramprecht damals entlassen worden ist, hat er uns in der Öffentlichkeit bloßgestellt und hat mich und den Erwin Soravia massiv belastet und bedroht. Das ist soweit gegangen, dass wir verpflichtet waren, einen Strafanwalt einzuschalten.“ 

 

In einem früheren Verfahren hatte Ohneberg auch angegeben: „Ich glaube, dass Ramprecht Berner dazu für was verwendet hat. Es ist bekannt, dass Ramprechts Lebensziel ist, den Grasser zu beschuldigen bzw. an die Wand zu fahren. Berner hat mir bei einem Treffen im August 2010 auch mitgeteilt, dass der Ramprecht ihn in etwas hineingezogen hat, ihn reinlasst und es ihm schön langsam am Keks gehe.“ 

 

Ebenfalls im Zeugenstand war am Tag 94 einer der Gesellschafter der Soravia-Gruppe, Erwin Soravia. Auch er war damals unmittelbar in die Troubles mit Ramprecht im Herbst 2008 involviert. Auch Soravia bestreitet Aussagen, in denen Ramprecht unterstellt, es habe Zuwendungen an den damaligen Finanzminister gegeben:

 

„Das stimmt sicher nicht. Sämtliche Aussagen Ramprechts diesbezüglich entsprechen nicht den Tatsachen!“ 

 

Soravia im Gerichtssaal: „Die Persönlichkeit des Herrn Ramprecht ist sicher keine einfache, definitiv nicht. Es ist bei ihm ein übergroßes Maß an Emotionalität vorhanden. Es sind mit ihm als Geschäftsführer Dinge vorgefallen, die in einem normalen Geschäft nicht üblich sind…“