INSIDER ALS ZEUGE: „DER SO GENANNTE TATPLAN IST VÖLLIGER SCHWACHSINN!“

 

Corona-bedingte Verhandlungspause und somit Zeit für einen Rückblick auf interessante Prozesstage. Diesmal, am Verhandlungstag vom 16.04.2019, steht Karl-Heinz Petritz, früherer Pressesprecher von Landeshauptmann Jörg Haider, im Mittelpunkt. 

 

Auch sein Name ist auf dem so genannten Tatplan verewigt, den ein gewisser Willibald Berner in die Welt gesetzt hat - und der eigentlich das zentrale Standbein der Buwog-Anklage darstellt. Mit der Skizze, die Berner angeblich aufgrund einer Erzählung von Peter Hochegger nachgezeichnet hat (Hochegger selbst sagt, die Behauptung Berners sei völlig aus der Luft gegriffen) konfrontiert, sagt Petritz wie aus der Pistole geschossen: „Ich bin dankbar, dass Sie mir das zeigen, das ist völliger Schwachsinn!“ 

 

Er habe überhaupt nie mit Privatisierungen zu tun gehabt, daher könne er auch nicht profitiert haben. Mit ihm habe sicher nie jemand über diese komische Konstruktion gesprochen. Berner habe zu den meisten keinen besonderen Bezug gehabt, sicherlich nicht zu Haider. 

 

Ergänzt wurde die Petritz-Aussage von Peter Hochegger, der dazu meinte: „Ich habe das erste Mal in meinem Leben den Namen Petritz im Jahr 2002 gehört, und da auch nur indirekt, als unsere Agentur einen Event in Kärnten plante. Wie hätte ich da Petritz 1999 oder 2000 auf diese Skizze als Nutznießer zeichnen können?“ 

 

Der ehemalige Pressesprecher Haiders wurde auch gefragt, ob es tatsächlich ein „Auseinanderleben“ bzw. ein Zerwürfnis zwischen dem damaligen Kärntner Landeshauptmann und Finanzminister Grasser gegeben habe.

 

„Ja es hat einen Bruch gegeben und das Wort Zerwürfnis ist dafür eine durchaus höfliche Untertreibung“ bezeichnete Petritz vor Gericht die zwischenmenschliche Situation zwischen den beiden in den ersten 2000er Jahren: „Dass Grasser im Wahlkampf 2002 als einer der ÖVP-Spitzenkandidaten angetreten ist, das war für Dr. Haider eine der größten emotionalen persönlichen Enttäuschungen in seinem Leben“. Haider habe unter dem Parteiwechsel des damaligen Finanzministers durchaus gelitten, wobei es auch vorher schon diverse Probleme gegeben habe. 

 

Die Wende kam dann am 3. Dezember 2003, als man beim „50er“ von Franz Klammer in St. Oswald aufeinandertraf, im Laufe der langen Feier sich „bei ein paar Bier“ aussprach und sich offenbar wieder einigermaßen verständigt habe. Diese Schilderung von Petritz ist deckungsgleich mit jener, die Karl-Heinz Grasser schon zu Beginn des Prozesses über seine Beziehung zu Haider von sich gegeben hatte.