„WAHRSCHEINLICH HABE ICH MEINE FRÜHERE AUSSAGE SO GEMACHT, WEIL IN DEN MEDIEN SO VIEL BERICHTET WURDE“,  SAGT ZEUGIN.

 

Corona-bedingte Verhandlungspause und somit Zeit für einen Rückblick auf interessante Prozesstage. Am 113. Verhandlungstag stehen am 9. Oktober 2019 frühere Mitarbeiter der (ehemaligen) Meinl Bank als Zeugen vor Gericht.

 

Nach gut einem Jahr ist es wieder ein Thema am Tag 113, das so genannte „Schwiegermuttergeld“. Präziser: Wie die einzelnen Einzahlungen in der Meinl Bank erfolgten. Zur Erinnerung: Es geht um  insgesamt 500.000 Euro, die Karl-Heinz Grasser von seiner Schwiegermutter zur Veranlagung übergeben wurden. Das Kuriose daran: Alle sind sich einig, selbst die Anklage, dass das Geld keinesfalls aus der Buwog-Provision stammen kann. Auch die vorsitzende Richterin Mag. Hohenecker, stellte bereits am 48. Verhandlungstag eindeutig klar: „Die Tranchen für die Übergaben des Geldes waren allesamt 2005, lange bevor Übergabe bzw. Überweisung der Buwog Gelder begonnen haben!“  

 

Diese 500.000 Euro können also auch theoretisch nicht von Walter Meischberger stammen. Das Problem ist die behauptete „Vermischung“, was immer darunter seitens der Anklage verstanden wird, mit Geldern Meischbergers, auf einem Konto (Mandarin). Die Staatsanwaltschaft dreht daher in der Anklage den Spieß um, und ordnet diverse Konten wie „Mandarin“ und andere Grasser zu. Durch nichts belegt, aber jahrelang durch verschiedenste Spekulationen gepflegt und durch Medienberichte genährt.  

 

Sei es wie es sei. Bei der Zeugenbefragung kommt an diesem Verhandlungstag wieder Typisches an den Tag, das sich schon den ganzen Prozessverlauf hin durchzieht.

 

Frage an die erste Zeugin: „Sie haben bei Ihrer Befragung durch die Polizei das Ferint Konto mit Karl-Heinz Grasser in Verbindung gebracht. Bleiben Sie dabei?“ 

 

Die Zeugin: „Ich habe und hatte keine Ahnung, wer hinter diesem Konto steht. Wahrscheinlich habe ich meine frühere Aussage so gemacht, weil darüber dauernd so viel in den Medien berichtet wurde. Die Medien manipulieren einen auch. Die Befragung war auch sehr angespannt!“