HOCHEGGER WIRD BEFRAGT UND HOCHEGGER FÜHRT SEINE EIGENEN AUSSAGEN AD ABSURDUM…

 

Corona-bedingte Verhandlungspause und somit Zeit für einen Rückblick auf interessante Prozesstage. Am 127. Verhandlungstag wird am 4. Dezember 2019 Peter Hochegger ein weiteres Mal von der Richterin befragt. Und zwar diesmal zu den im November erfolgten Aussagen des Zeugen  Christoph Wirnsperger, der seine, Hocheggers, Behauptungen zu Beginn des Prozesses ins Reich der Phantasie verwiesen hatte. 

 

Zusammengefasst: Jener Bankberater, Christoph Wirnsperger, hatte als Zeuge unter Wahrheitspflicht ausgesagt, dass die Version Hocheggers nicht den Tatsachen entspricht; nämlich, dass dieser ihm eines Treffens im September 2005 offenbart hätte, dass in Wahrheit die Buwog-Provisionen auf die drei Personen Meischberger, Plech und Grasser aufgeteilt würden, optisch untermauert durch einen Zettel, auf dem Namen und Kontonummern gestanden wären. Wirnsperger: „Beim Treffen mit Hochegger habe ich das weder gesagt, noch gab es dieses Blatt Papier. Und im Übrigen wäre das auch theoretisch gar nicht möglich gewesen, weil zum Zeitpunkt des Treffens mit Hochegger die genannten Konten noch gar nicht gegründet waren. Die Aussagen Hocheggers entsprechen nicht der Realität!“ 

 

Damit schmolz das so genannte Hochegger-Geständnis wie Schnee in der Frühlingssonne… 

 

Hochegger selbst war zum Zeitpunkt der Wirnsperger Aussagen nach einer Operation auf Kur – und hatte somit viel Zeit, über diese Wirnsperger Aussagen nachzudenken. Herausgekommen ist wieder eine neue Version der damaligen Begegnung mit dem Bankberater, die mittlerweile dritte Variante.

 

Es habe halt ein weiteres Treffen gegeben, und da habe ihm Wirnsperger eben den Zettel gezeigt.  Und auch auf die viel später erfolgten Kontengründungen fiel Hochegger eine neue Erklärung ein: Wirnsperger habe ihm auf dem Zettel eben nicht die Kontennummern gezeigt, sondern die Zahlen wären in Wirklichkeit die jeweiligen Provisionsanteile gewesen; die Gesamtzahl von über einer Million durch drei dividiert hätte auch eine jeweils sechsstellige Summe ergeben, gleich lang wie die Kontennummern… 

 

Wie eine so fundamentale Verwechslung möglich ist (Kontonummern statt Geldsummen), noch dazu, wo Hochegger bei seiner ursprünglichen Darstellung den Inhalt des angeblichen Zettels ja selbst vor Gericht aufgezeichnet hat, und das Ganze ja offensichtlich wohl überlegt und entsprechend „vorbereitet“ war, ist halt eine andere Frage. Aber vielleicht war es ja auch nicht die letzte Version…

 

Anmerkung: Bei dieser – bis dato - neuesten Version schütteln selbst einige ihm durchaus sehr gewogene Personen im Großen Schwurgerichtssaal nur mehr milde den Kopf …