„WENN ICH MICH IN EINE SACHE VERBEISSE, GEHT’S MIT WIE EINEM BOXERHUND“

Sein angeblich bester Freund Willibald Berner hat ihm geraten, „dringend professionelle therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen“, als er nach der Nichtverlängerung seines Vertrages als Geschäftsführer der Bundesbeschaffungsgesellschaft in einem emotionalen Ausnahmezustand war. Selber sagt er von sich: „Ich bin ein angeschossenes Raubtier, das in diesem Bereich nichts mehr zu verlieren hat.“ Oder: „Wenn ich mich in eine Sache verbeiße, so geht’s mir wie einem Boxerhund.“ Doch mitunter gab es auch massive Drohungen.

 

RAMPRECHT: DROHUNGEN WAREN KEINE SELTENHEIT…

 

Sein angeblich bester Freund Willibald Berner hat ihm geraten, „dringend professionelle therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen“. Er sei nach der Nichtverlängerung seines Vertrages als Geschäftsführer der Bundesbeschaffungsgesellschaft tief enttäuscht (über den damaligen Finanzminister Grasser) gewesen. Er habe an nichts anderes mehr denken können, sei auf der Palme gesessen. Es wäre wie eine enttäuschte Liebe gewesen, so Berner. 

 

Doch miteinher gingen auch massive Drohungen. Und das war kein Einzelfall im Verhalten des Michael Ramprecht, wie verschiedene Unterlage beweisen.

 

Einmal warnt er: „Ich bin ein angeschossenes Raubtier, das in diesem Bereich nichts mehr zu verlieren hat.“ Oder er betont: „Wenn ich mich in eine Sache verbeiße, so geht’s mir wie einem Boxerhund.“

 

BEMERKENSWERTE PRIVATE IMMOBILIENGESCHÄFTE 

 

Nachdem er seit 2000 im Kabinett von Finanzminister Grasser tätig gewesen war, wurde Michael Ramprecht 2001 zum Geschäftsführer der neu gegründeten Bundesbeschaffungsgesellschaft bestellt. Er trat diese Funktion am 19.7.2001 an.

 

Die zweite Hälfte seiner Funktionsperiode (der Vertrag lief bis Juli 2006) war durch entsprechende Turbulenzen, die unter anderem in einer parlamentarischen Anfrage mündeten, geprägt. Eine jedenfalls äußerst delikate Causa während der Amtszeit Ramprechts als Chef der Bundesbeschaffungsagentur der Republik Österreich. Und das kam so (hier wird der Originaltext der parlamentarischen Anfrage übernommen):

 

Am 24. Juli 2004 bot die Firma „Ramprecht & Partner Immobilien" im Kurier um 380 000 Euro eine Wohnung im 19. Wiener Bezirk an. In ihrem Briefkopf gab die Firma als ihre eigene Adresse „Hietzinger Hauptstrasse 113" und als e-mail „RamprechtundPartner@chello.at" an. Das schriftliche Anbot wurde von Caroline Ramprecht, der Frau von Michael Ramprecht, unterzeichnet. Der spätere Käufer verhandelte persönlich mit Michael Ramprecht, ließ sich von ihm die Wohnung zeigen und zahlte ihm bar eine Provision aus und ließ sich diese durch Unterschrift bestätigen.

 

In ihrem Anbot weist „Ramprecht & Partner" ausdrücklich auf die Gültigkeit der Verordnung für Immobilienmakler des Bundesministeriums für Handel und gewerbliche Industrie BGBl. 297/96 hin. Laut Auskunft der Gewerbebehörde existiert die Firma „Ramprecht & Partner Immobilien" nicht: „Eine Gesellschaft mit der Bezeichnung 'Ramprecht & Partner Immobilien' ist zur Zeit noch nicht im Firmenbuch eingetragen." Michael Ramprecht verfügt wie seine Frau auch über keine Gewerbeberechtigung für dieses gebundene Gewerbe.

 

In der Hietzinger Hauptstrasse 113 ist keine Firma „Ramprecht & Partner Immobilien" ersichtlich. Am Wohnhaus „Hietzinger Hauptstraße" hat Caroline Ramprecht am 19.12.2002 von Ernst Karl Plech zwei Anteile (Wohnung mit Balkon und Terrasse bzw. Garage Nebenräume) erworben und am 30.4.2003 an Michael Ramprecht in Form einer Schenkung weiter gegeben. Für Plech ist ein Pfandrecht eingetragen -Michael Ramprecht hat ihm seine Anteile für 181.692,09 Euro verpfändet.

 

Am 18.10.2004 ist in dieser Causa durch den Käufer der im Kurier inserierten Wohnung eine Sachverhaltsbekanntgabe gemäß § 24 FBG an das Handelsgericht/Firmenbuch und eine gleichlautende Bekanntgabe an die Gewerbebehörde erstattet worden. Hier heißt es: 

 

„Zur Geschäftsabwicklung führe ich aus, dass ich mit Frau Mag. Caroline Ramprecht lediglich Telefonkontakt hatte. Bereits in meinem ersten Telefonat mit ihr kündigte mir Frau Mag. Ramprecht ihren Ehemann, Michael Ramprecht, für den Besichtigungstermin an. Tatsächlich fanden in der Folge zwei Besichtigungstermine und die Kaufpreisverhandlungen mit Herrn Ramprecht statt. Auch die Provisionszahlung nahm ich an Herrn Ramprecht vor und wurde von ihm bestätigt. Das beigeschlossene Anbot vom 28.7.2004 trägt ebenfalls die Unterschrift von Herrn Ramprecht. Nach meinem persönlichen Eindruck versah Frau Mag. Ramprecht in dem Unternehmen lediglich Telefondienst, alle sonstigen Tätigkeiten werden von Herrn Michael Ramprecht erbracht, der de facto auch die beherrschende Stellung im Unternehmen innehaben dürfte.“

 

Anmerkung: Es wurde am 18.10.2004 auch eine Sachverhaltsdarstellung an die MA 63 (Gewerbewesen) zur Überprüfung und allfälligen Ahndung der Verwaltungsübertretung der unbefugten Gewerbeausübung (§ 366 Abs. 1 Z. 1 GewO) erstattet. Die Gewerbebehörde hatte zu diesem Zeitpunkt  bereits ein Verfahren wegen „Verdachtes der unbefugten Ausübung des Immobiliengewerbes“ eingeleitet…

 

„ICH BIN WIE EIN ANGESCHOSSENES RAUBTIERT, DAS NICHTS MEHR ZU VERLIEREN HAT!“

 

Im Nachrichtenmagazin NEWS schlug das damals hohe Wellen: „Chef-Einkäufer im Visier“ hieß es da und dass „Ramprecht ist in eine Immobilien-Causa verwickelt, die die Republik … massiv erschüttern dürfte“. 

Hintergrund der Causa waren also private Immobilien-Geschäfte Ramprechts, die er parallel zu seinem Spitzenjob als Chef der Bundesbeschaffung tätigte, und wo er laut einem Zeugen Provisionen in Bar ohne offizielle Zahlungsbestätigung einstreifte (NEWS: „Brauchen’s a Rechnung?“). Das Ganze für die Firma „Ramprecht & Partner Immobilien“, die es zu dem Zeitpunkt nur auf dem Papier gab und jedenfalls keine Gewerbeberechtigung vorhanden war. 

 

Ramprecht hatte dabei das „Pech“, dass der Wohnungsinteressent ein prominenter Anwalt war, der aufgrund der in einer Tageszeitung inserierten Wohnung insgesamt zwei Besichtigungstermine vereinbarte. Die Wohnung präsentiert und auch die Kaufpreisverhandlungen geführt wurden jeweils vom Chef der Bundesbeschaffungsgesellschaft persönlich. 

 

Der Anwalt machte eine penible Notiz über den Ablauf, wurde zusätzlich stutzig, als er von der Frau Ramprechts gefragt wurde, „ob er eine Rechnung brauche“, und fragte bei der Innung und bei derzuständigen Magistratsabteilung nach, ob es eine Immobilienfirma Ramprecht überhaupt gibt. Das Resultat der Recherchen: Die Firma war sowohl bei der Innung als auch der Magistratsabteilung unbekannt und auch die Anmeldung beim Firmenbuchgericht war eine Fehlanzeige. 

 

Auf die Antwort des Anwalts, er würde keine Umsatzsteuerrechnung benötigten, erklärte die Frau Ramprechts, sie könne ihm den Betrag dann netto ohne Umsatzsteuer verrechnen: „Sie wollte das Geld in bar und meinte, ich könnte das Geld ihrem Mann übergeben“, so der Zeuge in einer schriftlichen Stellungnahme. Tatsächlich kam es dann am 21. September 2004 zur Geldübergabe im Cafe Schottenring – wie vereinbart ohne Umsatzsteuer und ohne offizielle Bestätigung der Zahlung. Der „Kunde“ hat im Anschluss umgehend das Finanzamt verständigt und seinen Anwalt beauftragt, die Gewerbebehörde und das Firmenbuchgericht zu informieren.

 

Ziemlich deftig und nicht unbedingt eine Empfehlung, um als Geschäftsführer einer Gesellschaft der Republik Österreich (weiter)bestellt zu werden. Zumindest intern traten dann noch einige andere „Probleme“ im Zusammenhang mit Ramprecht auf. Jedenfalls wurde dieser nach seiner ersten Funktionsperiode(von Juni 2001 bis Juli 2006) nicht mehr als Geschäftsführer verlängert. 

 

Wie hat Ramprecht nun darauf reagiert? 

 

Er hat ein ausführliches E-Mail an einige „ausgewählte“ Adressaten geschrieben, u.a. an seinen „Nachfolger“, dem er zunächst einmal eröffnete: „Ich bin seit 14 Tagen in einem nicht ganz unangenehmen Ausnahmezustand, wo ich offensichtlich nur 2 Stunden Schlaf brauche, weil ich in meinem Kopf ein Puzzlebild zusammenbaue…“. Ramprecht zählt dann seine vier Puzzlebilder auf, die konkrete Personen betreffen – und beginnt zusehends auf mehreren Seiten seinen Frust abzubauen, verfällt dann immer mehr in Selbstlob („ein Berater habe ihn sogar als Napoleon bezeichnet“) und kommt dann zum Punkt:

 

„Eines gebe ich Euch noch auf den Weg: Seid in der nächsten Zeit ganz nett und ganz, ganz fair zu mir. Ich bin ein angeschossenes Raubtier, das in diesem Bereich nichts mehr zu verlieren hat. Ich habe vor niemandem, aber wirklich niemandem Angst…“. Und: „…wenn ich in der Richtung noch einmal schlecht recherchierte Aussagen höre, werde ich ganz, ganz unangenehm werden…“ 

 

RAMPRECHT HAT UNS MASSIV BELASTET UND BEDROHT…

 

Das „Minopolis" (Kinder-Erlebniswelt bzw. „Stadt der Kinder“) wurde am 25.11.2005  im Cineplexx-Palace an der Wiener Reichsbrücke eröffnet. Laut APA Meldung vom 08.08.2006 „hat DI Michael Ramprecht seit 1.7.2006 als geschäftsführender Gesellschafter die Geschäftsleitung der in Gründung befindlichen Minopolis Holding übernommen, die 100% an Minopolis Österreich halten wird“. „Minopolis bereite sich auf die internationale Expansion vor“. „Nach dem erfolgreichen Aufbau des Wiener Standortes wird sich die bisherige Geschäftsführerin Ursula Gastinger einer neuen Aufgabe in der Soravia-Gruppe widmen. Die alleinige und gesamtverantwortliche Geschäftsführung übernimmt Ramprecht.“

 

Michael Ramprecht war also Geschäftsführer der Minopolis, einer Tochtergesellschaft der Soravia-Gruppe, bei der Martin Ohneberg damals Vorstand gewesen ist. Die Hoffnungen in die Managementfähigkeiten, aber auch menschlichen Qualitäten des Herrn Ramprecht waren dabei aber offensichtlich völlig überzogen. Ramprecht stellte sich als „äußerst schwierige Person heraus“ und musste relativ bald wegen „Unregelmäßigkeiten und eines Tatbestandes, der stattgefunden hat auf einer Auslandsreise in Bahrain, entlassen werden“, wie es im Amtsdeutsch so schön heißt. 

 

Ohneberg hat das am Tag 94 des Buwog-Prozesses, als Zeuge präzisiert: „Ramprecht war in der Geschäftsführung nicht erfolgreich, aber der unmittelbare Anlass für die Entlassung war das Angebot Ramprechts gegenüber Geschäftspartnern der Soravia-Gruppe in Bahrain, ein geplantes Joint-Venture an der Gruppe vorbei mit ihm, Ramprecht, direkt zu realisieren.“ Ramprecht bestreitet das.

 

Die Reaktion Ramprechts dagegen war jedenfalls ähnlich, wie es bei anderen Problemen mittlerweile aktenkundig ist: Diverse E-Mails in denen ganz offen von Drohungen die Rede ist, Ramprecht werde mit seinem Freund und Medienexperten Berner medial an die Öffentlichkeit gehen, er werde „die Soravia-Olympiade gegen uns eröffnen!“ 

 

Der Industrielle Martin Ohneberg: „Wie Ramprecht damals entlassen worden ist, hat er uns in der Öffentlichkeit bloßgestellt und wurde auch in anderen Verfahren schon erwähnt, dass Ramprecht mich und den Erwin Soravia massiv belastet und bedroht hat. Das ist soweit gegangen, dass wir verpflichtet waren, einen Strafanwalt einzuschalten.“

 

Die Tageszeitung Österreich schreibt am 06.10.2009 über Ramprecht: „Beruflich geht’s bergab mit Ramprecht, der als einer gilt, der überall verbrannte Erde hinterlässt. Er wird unter der Unternehmerfamilie Soravia Geschäftsführer der Kinderwelt Monopolis und scheitert auch damit. Die Soravias wollen heute nichts mehr von ihm wissen.“

 

Ähnlich in einem Beitrag im STANDARD, wo in der Ausgabe vom 7. Oktober 2009 zu lesen war: „Ehemalige Mitarbeiter erzählen, der 47-Jährige habe nach seinem Abgang aus den öffentlichen Funktionen jeglichen Kontakt abgebrochen. Ähnliches wird ihm auch nach anderen Jobs nachgesagt, etwa in der Spielstadt Minopolis, die er kurzzeitig leitete. "Er hinterlässt überall verbrannte Erde", meint ein Bekannter…“

 

NÄCHSTE STATION: WIEDER DROHUNGEN

 

Am 8.05.2009 wird Michael Ramprecht, neuer Inhaber,  als Geschäftsführer der Firma Nino De Martiis GmbH ins Firmenbuch eingetragen, vertritt das Unternehmen selbständig. 

 

Noch im Jahr 2009 kommt es zu Unstimmigkeiten zwischen dem Verkäufer der Nino De Martiis GmbH, Robert Hager, und Michael Ramprecht betr. die „Abtretungsvereinbarung RH-Beteiligungs GmbH“. Ramprecht schreibt in einem E-Mail vom 23.10.2009 an den Rechtsvertreter Hagers bzw. der RH Beteiligungs GmbH, Mag. Reissmann: 

 

„Sie sind offensichtlich von Ihrem Mandanten Herrn Hager falsch informiert. Der gesamte Kaufpreis von 750.000 Euro ist von mir bereits ausbezahlt worden. (Beide Zahlungen ohne Bestätigung, weil wir ein totales Vertrauensverhältnis hatten). Richten Sie Ihrem Mandanten bitte aus, dass ich eine Menge sehr belastende Vieraugengespräche aufgenommen habe und ich mich von niemanden für dumm verkaufen lasse, ob er nun KHG oder sonst irgendwie heißt. Ich stehe einem Gespräch ohne Anwälte offen gegenüber, um eine Einigung zu erzielen, bin aber auch auf eine gerichtliche Auseinandersetzung sehr gut vorbereitet. Allerdings geht es dann, um die massive Minderung des Kaufpreises und dann gibt es keine Tabus mehr.“

 

Einige Tage später antwortet der Anwalt: „Ihre unrichtigen Ausführungen zurückweisend lade ich Sie nochmals auf außergerichtlichem Weg ein, offene Forderungen unverzüglich zur Erledigung zu bringen.“ Ramprecht antwortet unmittelbar darauf in einem weiteren E-Mail:

 

„Seien Sie sehr vorsichtig, mich indirekt als Lügner zu bezeichnen. Das lasse ich auf mir nicht sitzen!!! Fragen Sie Ihren Mandanten, ob er die vereinbarten 750.000 Euro von mir erhalten hat, oder nicht. Das Match ist eröffnet. Ihr Mandant bekommt nun meine nicht amikale Seite zu Gesicht. So lasse ich mich nicht behandeln. Er soll sich auch daran erinnern, was er mir vor eingeschaltetem Mikrofon alles erzählt hat. Alles zu seiner Zeit wird verwendet. Bin ganz gut aufgewärmt. Wer sich mit mir so unfair anlegt, ist selber schuld.“

 

Anmerkung: Die angeführten Tonbandaufnahmen haben sich laut Anwalt Mag. Reissmann nach eingehender Prüfung als wertlos erwiesen…

 

Zeitlicher Zusammenhang: Der erste Profil-Artikel erschien am 05.10.2009, der zweite, wo Ramprecht bereits namentlich auftritt, am 10.10.2009 (!)

 

Vor Gericht im laufenden Buwog Prozess sagte Ramprecht sinngemäß aus, seine Frau sei sehr vermögend gewesen und habe in etwa zwei bis drei Millionen Euro an Vermögen in die Ehe eingebracht. Durch den Erwerb der Firma Nino De Martiis hätten er und seine Frau in etwa 1,5 Millionen Euro verloren, weil sich nach dem Kauf 2009 schon im Folgejahr herausgestellt habe, dass nicht, wie vor dem Kauf seitens der Verkäufer angekündigt, ein hoher jährlicher Gewinn gegeben war, sondern ein massiver Verlust (in etwa in Höhe des Kaufpreises).

 

Am 1.08.2012 gibt das Landesgericht Wiener Neustadt laut Firmenbuch ein „Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung“ betr. die Firma Nino De Martiis bekannt. Ziel: Insolvenzgläubiger erhalten eine Quote von 30 %. Am 16. Dezember 2013 macht das Landesgericht Wiener Neustadt die Eröffnung des  Konkursverfahrens betr. das Unternehmen Nino De Martiis GmbH bekannt. Vertreten wird das Unternehmen durch: „Freimüller Obereder Pilz & Partner“. Wegen der ungewöhnlich großen Anzahl der Gläubiger unterbleiben besondere Zustellungen. Konkursgläubiger erhalten eine Quote von ca. 1%.

 

DIE OMINÖSE BELGISCHE ORGANISATION…

 

Besonders grotesk ist Ramprechts Geschichte von belgischen Auftragstätern und der „Todesliste“, die er in Verbindung mit Walter Meischberger auftischte – und bei seiner Zeugeneinvernahme im Gerichtssaal wiederholte. 

 

Ramprecht hat vor Gericht unter Wahrheitspflicht ausgesagt, dass er diese Informationen von einer besonders vertrauenswürdigen Person erhalten habe. Es stellte sich letztendlich heraus, dass es sich dabei um die bekannte ORF Journalistin Sonja Sagmeister-Brandner handelte. 

 

Sagmeister-Brandner hatte schon vor längerer Zeit den Weg zu den Behörden gesucht (05.08.2010), weil ihr im Zuge von Recherchen im Zusammenhang mit dem Themenkomplex Hypo bekannt geworden war, dass angeblich im  Auftrag eines früheren Bankmanagers ein Wolfgang K. hätte ermordet werden sollen. Ein Zusammenhang mit Walter Meischberger ergibt sich aufgrund der ursprünglichen Aussagen Sagmeisters allerdings nicht. 

 

Schon im Juli 2010 hatte Ramprecht beim Bundeskriminalamt Wien erklärt: „Eine mir namentlich bekannte Person ist in der letzten Woche an mich herangetreten und hat mir gegenüber erklärt, dass Mag. Martin Ohneberg auf Grund seines Wissens gefährdet sei. Es soll eine belgische Organisation geben, mit der Walter Meischberger in Kontakt getreten sein soll, welche auf die Organisation von ‚Unfällen‘ spezialisiert sein soll. Ich teilte dies Martin Ohneberg vorgestern im Café Dommayer mit, erzählte ihm was ich weiß und habe ihm empfohlen zur Staatsanwaltschaft zu gehen, weil ich glaube, dass das für ihn der sicherste Weg ist und dann vielleicht nichtmehr so gefährdet sei.“   

 

Martin Ohneberg, früherer Manager in der Soravia-Gruppe, hat als Zeuge beim Buwog-Prozess das Treffen und die Aussagen Ramprechts bestätigt. Ramprecht behauptete dabei, ich wüsste etwas, das Karl-Heinz Grasser schaden könnte und sollte mich mit der Staatsanwaltschaft in Verbindung setzen. Unter anderem habe ihn Ramprecht dazu aufgefordert, falsche Aussagen zu bestätigen, wonach „Erwin Soravia Ramprecht mindestens drei oder viermal zum Teil im Vier Augen-Gespräch, zum Teil im Beisein des Mag. Ohneberg erzählt habe, dass mein Freund KHG immer ausschließlich Cash genommen hat“.