DIE BESONDERE ROLLE DER UNAUFFÄLLIGEN APA

 

Jetzt, zum Zeitpunkt da die Austria Presseagentur (APA) zum wiederholten Male krampfhaft versucht mit einem Interview der letztlich erfolglosen, weil mit Pauken und Granaten abgewählten grünen Altpolitikerin Moser Argumente gegen die Angeklagten, insbesondere gegen Karl-Heinz Grasser und Walter Meischberger in die breite Medienverteilung zu bringen, ist es vielleicht an der Zeit die Rolle und die politisch strategische Ausrichtung der APA in diesem Verfahren etwas näher zu beleuchten.

 

Die APA ist ein zentraler Bestandteil eines weitläufigen Informationssystems mit speziellen Macht- und wirtschaftlichen Interessen, insbesondere dominiert von handfesten Interessen die man leicht der SPÖ zuordnen kann. Dieses Informationssystem wurde akribisch über Jahrzehnte getrieben von politischen Strategien aufgebaut, gepflegt und ständig erweitert. In der heutigen österreichischen Realität und dem enormen Einfluss die dieses System durch die veröffentlichte Meinung auf die öffentliche Meinung ausübt, kann man getrost von einer allumspannenden Informationsmatrix sprechen. (An anderer Stelle auf dieser Website werden wir dieses Informationssystem zeitnah noch näher beleuchten.)

 

Eine besondere Rolle in jeder Informationsmatrix nehmen Nachrichtenagenturen ein. Denn sie sind der unauffällige Multiplikator von vorgegebenen Nachrichten. In Österreich betrifft dies insbesondere die österreichische Pressagentur APA.

 

Über die für die breite Öffentlichkeit kaum bekannte Wirksamkeit von Nachrichtenagenturen sagt ein ehemaliger Geschäftsführer der DPA: 

 

„Nachrichtenagenturen stehen selten im Blickpunkt des öffentlichen Interesses. Dennoch sind sie eine der einflussreichsten und gleichzeitig eine der am wenigsten bekannten Mediengattungen. Sie sind Schlüsselinstitutionen mit substantieller Bedeutung für jedes Mediensystemen. Sie sind das unsichtbare Nervensystem, das alle Teile miteinander verbindet.“ (Segbers, 2007)

 

Tatsächlich stammen die ersten Bilder und ersten Texte der Berichte der Mainstreammedien über Ereignisse in Österreich meist von der einzigen Nachrichtenagentur APA. Die Dominanz der APA hat damit zufolge, dass sich bei allen Berichten - zumindest den Erstberichten - über dasselbe Ereignis, in allen Medien vom Bodensee bis zum Neusiedlersee die selben Informationen wiederfinden - oder, wenn von den Strategen gewünscht eben auch nicht finden. Insbesondere kleinere und regionale Medien sind von den durch die APA aufbereiteten Nachrichten abhängig, denn diese Medien haben nicht die ökonomische Kraft jede dieser Meldungen mit eigenen Journalisten aufzuarbeiten.

 

Das heisst, wer im Verteilzentrum einer Nachrichtenagentur sitzt hat auch großen Einfluss darüber, mit welchen Inhalten und welchem Spin politische Themen von Beginn einer gezielt organisierten Kampagne an, aufbereitet werden.

 

Die APA war Zeit ihrer Geschichte immer direkt von der Politik abhängig. Heute befindet sich die APA defacto immer noch im politischen Zugriff. Nur kosmetisch verändert, nämlich indirekt über die Beteiligung des von der Politik gesteuerten ORF und den von der Politik abhängigen privaten Medienhäusern. Denn die APA gehört heute den österreichischen Tageszeitungen (mit Ausnahme der Kronenzeitung und „Heute“) und dem ORF. Dies bedeutet nichts anderes als dass bereits die Quellnachricht über die meisten politisch wirksamen Ereignisse des Landes von jenen Mainstreammedien gelenkt wird, die in die SPÖ Propaganda-Matrix eingebunden sind. Damit erhält auch die Berichterstattung einer Vielzahl regionaler und lokaler Medien - die ob ihrer Kleinheit nicht „eingebettet“ sind - ganz automatisch jenen Spin den die Matrix- Strategen zur Umsetzung ihrer politischen Ziele brauchen.

 

Dass sich jene, die die Entscheider Positionen in der Austria Presseagentur festlegen der politischen Rolle dieser im Wege der Informationsmacht die eine Presseagentur ausübt sehr genau bewusst sind, geht schon aus der Auswahl der Führungspersönlichkeiten der APA hervor. 

 

Der derzeitige, Vorsitzende der Geschäftsführung der APA ist seit 2008 in der APA tätig. Dessen Ausbildungsweg und dessen Kernkompetenz ist nicht etwa - wie anzunehmen wäre - im Sinne von Medienmanagement wirtschaftlich, organisatorisch oder administrativ geprägt, sondern ausschließlich strategisch. Der derzeitige Gesamtverantwortliche der APA ist ein ausgeprägter Spezialist in politischer Kommunikation, man kann getrost sagen ein Experte in dem hochpolitischen Spezialgebiet der Auswirkungen von Medien und Kommunikation auf die politischen Entscheidungsfelder. Schon dessen Diplomarbeit behandelte das Thema „Mediale Positionierung von Spitzenpolitikern“. Sämtliche folgende Forschungen und Veröffentlichungen des heutigen geschäftsführenden Vorstandes der APA sind dem Umfeld der Auswirkungen medialer Einflüsse auf das politische System zuzuordnen. „Politische Mobilisierungskraft von traditionellen Massenmedien“ oder „Das Konzept des journalistischen Selektierungsprozesses von politischen Ereignissen“ sind hochpolitische Veröffentlichungen mit dem Inhalt einflussreicher Kommunikation auf die politische Meinung der Bevölkerung. Dieser Vorsitzende ist geradezu prädestiniert um die politischen und strategischen Ziele die mit der Austria Presseagentur verfolgt werden, zu erreichen.

 

Dieser strategisch ausgerichteten Geschäftsführung ist natürlich der politische Hintergrund seiner Eigentümer und damit auch deren politische Zielsetzung bewusst. Entsprechend dessen reagiert man auch. Von beiden Seiten. Die die APA verteidigende Stellungnahme des Pressesprechers des SPÖ Vorsitzenden Kern auf die Klage gegen die APA Journalistin Edith Grünwald aufgrund ihrer mutmaßlichen den BUWOG Prozess beeinflussenden Vorgangsweise (es gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung) hin, sind ein erhellendes Indiz dafür. 

 

Und damit schließt sich der Kreis. Der BUWOG Prozess wurde seitens der einschlägigen Medienlandschaft immer politisch genutzt. Die APA spielt dabei seit Jahren für die breite Bevölkerung eine unauffällige aber für die politischen Kommunikationsstrategen hochwirksame Rolle. Offensichtlich so auch jetzt im laufenden Hauptverfahren. 

 

Es ist eine einfache Aufgabe für die Entscheidungsträger nach welchen Kriterien und strategischen Gesichtspunkten Besetzungen in der Nachrichtenredaktion der APA und in weiterer Folge welche Redakteure, mit welcher Weltanschauung dieser Nachrichtenredaktion der APA eingesetzt werden um von jenen Prozessen berichten, die in irgendeiner Form politische Relevanz haben. 

 

Es ist in diesem Zusammenhang auffällig, dass die APA zur Berichterstattung aus dem Gerichtssaal immer mit den zwei selben Redakteuren vertreten ist. 

 

Diese beiden Redakteure nehmen sich offensichtlich ein Beispiel an den beiden Staatsanwälten und bemühen sich seit nunmehr fast sieben Monaten in ihrer Berichterstattung sehr, keine im Gerichtssaal vorgetragenen die Angeklagten entlastenden Inhalte in ihrer Berichterstattung vorkommen zu lassen, während diese beiden Redakteure aber jeden Verhandlungstag warten um jede kleine in der Möglichkeit ihrer Deutungshoheit liegende suchen um scheinbar Negatives für die Angeklagten in den Mittelpunkt ihrer Berichterstattung zu stellen. Ob es so im Gerichtsaal tatsächlich vorgekommen ist oder auch nicht. Diese beiden Redakteure agieren wie auch andere aus der einschlägigen Medienlandschaft mehr als ideologisch orientierte Propagandisten denn als Journalisten. So funktioniert gezielte Desinformation unter der Marke APA.

 

Dies ist für die eingesetzten „Journalisten“ insofern einfach, als diese beiden „Journalisten“ für die breite Lesermasse nie namentlich auftreten. Deren von anderen Medien direkt übernommenen Artikel sind in diesen Medien jeweils nur mit dem Hinweis „APA (Red.)“ gekennzeichnet. Die APA Redakteure bleiben sogar soweit im Hintergrund, dass diese nicht einmal auf deren Website APA.at namentlich angeführt werden.

 

Mit der Verbreitung dieser einseitigen APA-Nachrichten aus dem Gerichtssaal via anderer Medien erfüllt sich dann die Umsetzung des übergeordneten politischen Wollens im Wege der Nachrichtenagentur.

 

(Walter Meischberger, direkt aus dem Gerichtssaal)