HASSPOSTINGS UND EHRENBELEIDIGUNGEN EN MASSE: BEIM STANDARD BRECHEN ALLE DÄMME

 

Über gezielte Hasspostings werden mehrere im aktuellen Buwog-Verfahren Involvierte seit Jahren unflätigst beschimpft und diskreditiert. An vorderster Stelle sind hier tausende Postings auf standard.at zu nennen. Diese Möglichkeit, Hass zu schüren, Mobbing zu betreiben, Ehrenbeleidigungen en masse zu tätigen, ist eine österreichische „Spezialität“, weil der Gesetzgeber dies zulässt. Die Betroffenen sind von einer Community von Ehrabschneidern, die sich hinter einem Pseudonym verstecken, quasi „vogelfrei“ gestellt. Die Tageszeitung „ÖSTERREICH“ hat nun Ungeheuerliches aufgedeckt, nämlich dass die Tageszeitung DER STANDARD diese Praxis zum Geschäftsmodell weiterentwickelt hat und daran prächtig verdient. 

  

Ehrenbeleidigungen als Teil eines Geschäftsmodells?

 

ÖSTERREICH Herausgeber Wolfgang Fellner: „Der STANDARD hat aus diesen degoutanten Hass-Postings ein mieses Gewerbe gemacht und bietet allen Psychopathen, Schwachköpfen und verbalen Amokläufern … ein so genanntes Forum, auf dem man jede Geschmacklosigkeit und Ehrenbeleidigung, aber auch jede Hass-Orgie und Rechtswidrigkeit posten kann.“

 

Fellner beschreibt auch gleich, wie dieses „einnahmeträchtige Geschäftsmodell“ des STANDARD funktioniert: „Zwischen und neben den Kommentaren platziert der Standard Online-Werbung. Rund 50 Millionen sogenannte ‚Ad Impressions‘ werden so pro Monat ausgespielt. Verkauft werden diese Plätze laut Branchen-Kennern zu einem durchschnittlichen Tausender-Kontakt-Preis von rund fünf Euro. Das entspricht 250.000 Euro an Werbeeinnahmen im Monat durch die Werbeplatzierungen bei den Postings bzw. 3 Millionen Euro im Jahr.“

 

Die Kumulierung von Internetkommentaren und Hasspostings – der STANDARD selbst berichtet von rund 14,6 Millionen Postings übers Jahr – sind laut Berechnungen von ÖSTERREICH eine Einnahmequelle von etwa 3 Millionen Euro pro Jahr. Das erhellt natürlich einiges, was da in den letzten Jahren gelaufen ist, und warum der STANDARD jede Minute, und seien es noch so uninteressante Inhalte, beim Verfahren anwesend ist. Man muss mit allen Mitteln die Plattform aufrechterhalten und jede Menge Poster animieren. Nur so kann die Einnahmequelle gesichert werden. 

 

Der STANDARD selbst räumt sogar über die „Qualität“ seiner Poster ein, manche würden auch „polemisieren, provozieren, nicht an Diskurs interessiert sein, sondern auf der Suche nach Streit. Dabei sind sie manchmal garstig, oft auch dumm. Einmal kurz schriftlich ausgekotzt, ‚enter‘. Krawall stiften geht ganz schnell.“

Garstig, dumm halt, aber mein Gott wollen sich halt auskotzen. Aber: Es geht hier um die (mediale) und existenzielle Vernichtung von Menschen! Das ist der Preis, um dieses Geschäftsmodell im vollen Umfang aufrechtzuerhalten…

 

Eine Community von tolerierten Ehrabschneidern 

 

Diese „Community“ will natürlich emotional entsprechend angesprochen und animiert sein. So findet sich am 2. Jänner 2019 anlässlich des 50. Geburtstages von Karl-Heinz Grasser („Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser feiert seinen Fünfziger“) ein Artikel, damit sich die Leute zwischendurch wieder mal auskotzen können – bis zum nächsten Gerichtstermin Ende Jänner ist es ja dann doch zu lang. 

 

Fürs Aufheizen und Aufhetzen der Meute sorgt schon der Untertitel: „Vom Politstar unter Haider und Schüssel zum Promi-Angeklagten im Wiener Straflandesgericht“. Und das funktioniert prächtig: Ein Hassposter, der sich hinter dem Pseudonym „No Guru“ versteckt, platziert: „Im Herbst 2009 platzte dann die Bombe. Jetzt haben wir mittlerweile 2019 und er läuft immer noch frei herum“; mit dem zynischen Zusatz: „Natürlich gilt die Unschuldsvermutung“. Herausgeber Oscar Bronner und STANDARD Chefredakteur Martin Kotynek und die zahlreichen Community Manager finden es vermutlich amüsant; aber wenn’s dem Geschäftsmodell dient…

Ein Hassposter, der sich hinter dem Pseudonym „vermilingua“ versteckt, ergänzt: „tja. Man kann sich die freiheit kaufen, nicht aber die jugend.“

 

Ein Hassposter, der sich hinter dem Pseudonym „Kahuna“ versteckt, darf auf standard.at schreiben: „Er feiert ihn leider nicht im Nadelstreif. Ich meine aber die breiten Streifen der Haefnmontur......“

Ein Hassposter, der sich hinter dem Pseudonym „Redred“ versteckt, fordert: „Wann kommt der endlich ins Häfen?“

 

Was machen die 13 Moderatoren eigentlich?

 

An dieser Stelle sei erwähnt, dass sich der STANDARD damit rühmt, dass 13 Mitarbeiter sich um Foren und Blogs kümmern, und unflätige User-Beiträge aussortieren. Die Moderatoren würden sich dabei an die Community-Richtlinien halten, und versuchen, die Diskussion durch Moderation in eine konstruktive Richtung zu drehen, hetzerische Postings würden an die Meldestellen weitergegeben.

 

Grau ist bekanntlich alle Theorie. In Wirklichkeit kann jeder seinen Dreck absondern, wie die Praxis zeigt. Hier ein paar weitere „Geschmacksverstärker“ zu oben genanntem Artikel:  

 

Ein Hassposter, der sich hinter dem Pseudonym „rappix“ versteckt, schreibt auf standard.at: „Schade dass IHM vom Chor der Gefangenen kein Ständchen gesungen wird! „Freude schöner Götterfunken ...“ wenn er die Haftstrafe Antritt. Verdi mit dem Chor der Gefangenen alle fünf Jahre.“ Und so weiter…

 

Ein weiterer anonymer Hassposter auf standard.at („10011001“) darf seiner Freude Ausdruck verleihen: „Ich feiere mit ihm seine fahrt in den knast.“

 

Ein Hassposter, der sich hinter dem Pseudonym „Tschingalingaling“ versteckt, darf auf standard.at trotz angeblicher Überprüfung der Inhalte u.a. schreiben: „Bis zum 60er ist er hoffentlich dann endlich hinter Gittern…“; ähnlich ein Hassposter, der sich unter dem Decknamen „Beobachter zweiter Ordnung“ versteckt: „Noch ein langes Leben - hinter Gittern! Prost.“

 

Ein Hassposter, der sich hinter dem Pseudonym „Passwortzurücksetzer“ versteckt, darf mit tatkräftiger Hilfe des Standard seinem Wunsch Ausdruck verleihen: „Grasser, geh in Häfn!“. 

 

Ähnlich der Hassposter „DeineInnereStimme“: „Auf die nächsten 50 im Häfn!“, oder der Hassposter „xy13“: „auf ein paar jahre mit staatlicher vollverköstigung...“

 

Vom Standard geförderter Hass verhilft auch „Pafnutij“ zur Bemerkung „Hoffentlich der letzte Geburtstag in Freiheit“; „DerQuerulant“ darf posten: „Ist's noch zu früh für eine Geburtstagstorte mit eingebauter Feile?“, der anonyme Hassposter „RetterausVorarlberg“: „Bis zum 60er werdens schon noch ein paar Jahre hinter Gittern werden“.

 

„Vielleicht erleb ich es noch und unser aller Karli wird als Fussfesselträger zum Reinigungstrupp des ‚Karl Heinz Kassa Gedächtnis Tower‘ zu Linz abkommandiert. Dann kann er sein eigenes Monument putzen.“, darf der ein Hassposter, der sich hinter dem Pseudonym „KetzerKönig“ versteckt, auf standard.at loswerden. Ein weiteres Beispiel, wie die „unabhängige“ Zeitung STANDARD die Unschuldsvermutung interpretiert.

 

Und natürlich darf zum vermutlichen Gaudium der so genannten Community-Manager (mehrfach) der Link zum leidlich bekannten Hasslied von Christoph & Lollo. Ist ja vermutlich auch für den Chefredakteur des Standard Kotynek oder Standard Herausgeber Bronner sehr lustig, wenn ein unbescholtener Staatsbürger ganz offiziell krimineller Machenschaften bezichtigt und verlangt wird: 

 

„Wann geht der karlheinz endlich in hefn

 der karlheinz wann muas der endlich ins loch

 wann wird des karli heinzi endlich amoi eingsperrt

 jetz bitte ehrlich wie lang dauert das denn noch

 

 Wann sitzt der karlheinz endlich hinter gittern

 und wird von seinen zöllngenossen tätowiert

 wann muss des schene karliheinzi täglich zittern

 ob eam da fritzl unter da duschn nit seggiert“.

 

Der STANDARD spricht von wertschätzendem Klima…

 

Zurück zum STANDARD, und wie dieser mit solchen Schweinereien umgeht: Er rühmt sich, wie schon erwähnt, dass 13 Mitarbeiter sich um Foren und Blogs und um ein wertschätzendes Klima kümmern und zitiert zur Problematik die Internetexpertin und Autorin Ingrid Brodnig: „Es gibt kein Wundermittel gegen Hass im Netz, aber Moderation zeigt, welches Diskussionsniveau möglich ist." 

 

Das was oben an Original-Zitaten aus dem standard.at alleine aufgrund eines Artikels vom 2. Jänner 2019 gebracht wurde, ist nicht einmal die sprichwörtliche Spitze des Eisberges! Vielleicht hat Frau Brodnig das auch ernst gemeint mit der Moderation und dem Diskussionsniveau, aber nicht bös sein: Da kann man sich nur mehr aufs Hirn greifen!

 

Der selbsternannten Qualitätszeitung, ihrem Herausgeber Bronner, ihrem Chefredakteur Kotynek und dem angeblichen Moderatoren ins Stammbuch geschrieben sei ein Zitat von Umberto Eco: „Um tolerant zu sein, muss man die Grenzen dessen, was nicht tolerierbar ist, festlegen.“ 

 

Dieses System bringt offensichtlich viel Geld. Gleichzeitig wird wohl einkalkuliert sein, dass jenen, welchen die Hasspostings gewidmet sind, schwerster Schaden zugefügt wird. Schaden, die im besten Fall nicht mehr gut zu machen ist, aber das scheint part of the deal zu sein, immerhin geht es um Millioneneinnahmen, wenn die Recherchen von ÖSTERREICH stimmen. 

 

Vielleicht sollten all jene, die dazu beitragen, von den Hasspostern bis zu den Verantwortlichen auf allen Ebenen der Medien, sich einmal in aller Ruhe eine sehr gescheiten Text von Reinhard Mey anhören – oder zumindest lesen…