Stellungnahme von Walter Meischberger zum Standard Artikel vom 9. Juni 2018

Faksimile Der Standard 9. Juni 2018
Faksimile Der Standard 9. Juni 2018

 

Die Tageszeitung Der Standard berichtet am 9. Juni in großer Aufmachung in der Printversion, aber auch auf standard.at davon, dass „Plechs Gasthausbesuch Fragen aufwirft“ und Ernst Plech, der „als Angeklagter im Gericht wegen Krankheit entschuldigt ist, während der Verhandlung mit Bekannten essen geht“.

 

Faksimile Der Standard 9. Juni 2018
Faksimile Der Standard 9. Juni 2018

Dieser Artikel macht mich sehr betroffen und ich möchte daher dazu ganz persönlich Stellung nehmen:

 

  1. Nur der guten Ordnung halber: Möglicherweise wird mir oder anderen aufgrund meiner Stellungnahme wieder „erhöhte“ Nervosität unterstellt. Da kann ich alle beruhigen: dem ist nicht so, im Gegenteil, ich beziehe dies gar nicht direkt auf das laufende Verfahren, sondern auf die Qualität der Berichterstattung eines so genannten Qualitätsmediums, aber auch insbesondere auf die Art und „Taktik, wie hier von gewissen Personen Druck erzeugt bzw. aufgebaut wird – man könnte auch sagen, wie hier gehetzt wird".
  2. Nun zum Artikel selbst: Ich kann diese Form der Berichterstattung nur als überaus niederträchtig bezeichnen. Jeder Schritt eines Menschen, der aufgrund massiver gesundheitlicher Probleme im Rahmen einer intensiven medizinischen Untersuchung durch einen hoch renommierten Gutachter verhandlungsunfähig geschrieben wurde, wird offensichtlich überwacht und „gemeldet“. Es kann niemanden verwundern, dass mich das an das überwunden geglaubte Denunziantentum früherer Zeiten, etwa in der DDR, erinnert.
  3. Nur zur Präzisierung: Dass Ernst Plech, mein väterlicher Freund, verhandlungsunfähig ist, hat sehr fundierte gesundheitliche Gründe, die ihm ein normal tickender Mensch nicht wünschen würde. Entsprechende Auswirkungen waren leider auch schon vor der jetzt laufenden Hauptverhandlung gegeben und führten zu wirklich sehr ernsthaften Problemen. In Stresssituationen, wie eben bei der laufenden Hauptverhandlung, könnte dies massiv eskalieren. Aber vielleicht wünscht sich gerade das der/die eine oder andere. Dann hätte diese jahrelange Hetze ja zumindest ein Ziel erreicht…
  4. Gleichzeitig ist aber zu betonen, dass Ernst Plech nicht bettlägrig ist, sondern sogar im Gegenteil Bewegung machen soll und muss. Dass er etwa seinen Sohn im Büro besucht und anschließend ein Mittagessen einnimmt, ist wohl das normalste auf der Welt – allerdings nicht für alle, wie man sieht.
  5. Wenn ich eingangs von Niedertracht gesprochen. Falls es diesbezüglich noch eine Steigerung gibt, also den Bericht noch niederträchtiger macht, ist es das beigefügte Foto. Denunzianten heften sich an die Fersen eines Menschen, dem sie offensichtlich Simulantentum unterstellen, fotografieren diesen, schicken das Ganze an Medien und versuchen auf dieser Basis eine weitere Druckwelle von außen zu erzeugen. Wie man sieht: die jahrelange Vorverurteilung wirkt und die Medien sind gerne bereit, hier noch eine Schippe nachzulegen.