UNWAHRHEITEN „made by Willibald Berner“

 

In einem Gespräch über sein erfolgreiches Unternehmerleben wurde der Vorarlberger Unternehmer Martin Ohneberg vom STANDARD (Ausgabe 7./8. Juli) plötzlich auch mit der Frage „überrascht“: „Ihr Start war überschattet durch einen Prozess wegen falscher Zeugenaussage. Jemand wollte gehört haben, Sie hätten gesagt, Karl-Heinz Grasser habe beim Dorotheum-Verkauf Cash genommen“. 

 

Ohneberg erinnert sich: „Ich wurde plötzlich vom Zeugen zum Angeklagten. Aus heiterem Himmel stand ich vor Gericht, war in den Medien … Auch meine Banken waren irritiert. Ich wurde aber zu 100 Prozent freigesprochen. Das hat meinen Glauben in die österreichische Justiz gefestigt. Aber die Erfahrung der medialen Vorverurteilung war extrem…“

 

Auch hinter dieser Geschichte stehen die Herren Willibald Berner und Michael Ramprecht, die ja auch im laufenden Buwog-Prozess eine zentrale Rolle spielen. Von Berner, ehemaliger Mitarbeiter des Verkehrsministeriums (und später in engster Zusammenarbeit mit Alfred Gusenbauer), stammt ja die „Tatplan-These“. Berner fertigte eine ominöse Skizze eines angeblichen Gesprächs, für das es keine Zeugen gibt, an, und übergab diese der Staatsanwaltschaft. Sie unterstellt im Prinzip, dass sich mehrere Personengruppen im Einflussbereich der damaligen FPÖ gefunden hätten, bei zukünftigen Verstaatlichungen „mitzuschneiden“. Kurioserweise noch dazu als „Teamwork“ von Personen, die damals alles andere als befreundet waren…

 

Berner hat sich die Geschichte, eine offensichtliche Racheaktion, zwar schlecht ausgedacht, aber die Staatsanwälte haben ihm geglaubt, weil dieser so genannte Tatplan gut in ihr Drehbuch gepasst hat – obwohl alle Rahmenbedingungen in der Realität anders waren. Sie brauchten Berner für diese Anklage.

 

Warum Martin Ohneberg ungewollt Teil des Berner’schen Lügengebäudes wurde, kam so: Willibald Berner war im Jahr 2009 gerade unterwegs zu einer Zeugenaussage, als er auf der Straße Ohneberg, früherer Vorstand in der Soravia-Gruppe, die gemeinsam mit anderen Investoren das Dorotheum erstand, traf. Bis hierher decken sich die Wahrnehmungen von Berner und Ohneberg, aber ab dann wurde es kurios: 

 

Berner nahm aus dem Gespräch mit, dass Ohneberg ihm damals gesagt habe, er wünsche Ramprecht viel Glück, und vor allem er, Ohneberg, fürchte, dass es so wie bei ihnen war, Grasser im Zusammenhang mit der Dorotheum-Privatisierung nämlich nur Bargeld genommen hätte. Berner hat das dann nach eigenen Angaben den erhebenden Beamten so geschildert, ohne Ohnebergs Namen zu nennen. Den Namen weitergegeben hatte dann der erwähnte Michael Ramprecht, ein Bekannter Ohnebergs und enger Freund Berners. Für Ramprecht passte das perfekt in seinen Plan, weil er sich offensichtlich mit allen Mitteln an seinem ehemaligen Chef, Finanzminister Grasser, der ihn als Geschäftsführer der Bundesbeschaffungs GmbH abgesetzt hatte, rächen wollte. Und das unter intensivster Einbindung diverser Medien. Das war zwar nicht von Erfolg gekrönt, aber er lieferte jede Menge Gerüchte, die der Staatsanwaltschaft in den Kram passten…

 

Wie Berners Tatplan kamen auch Ramprechts Informationen vom Hörensagen: Willibald Berner habe ihm vom Gespräch mit Ohneberg und von dessen angeblicher Behauptung erzählt. Nicht einmal, ob von Berner die Dorotheum-Privatisierung explizit genannt wurde, konnte sich Ramprecht später vor Gericht erinnern.

 

Martin Ohneberg hat diese von Berner und Ramprecht aufgestellten Behauptungen immer entschieden bestritten („Der Dorotheum-Kauf war tadellos“) – und wurde daraufhin wegen falscher Zeugenaussage von der Staatsanwaltschaft angeklagt. So kann’s gehen, wenn man nicht die passenden Puzzle-Steine gegen Grasser liefert.

 

2011 kam es am Wiener Landesgericht zum Prozess gegen Martin Ohneberg wegen falscher Zeugenaussage - und zu dessen Freispruch. Dies obwohl die Ermittlungsbehörden laut einem Profil Bericht aus März 2011 „anscheinend über Material verfügen, das gegen Ohnebergs Darstellung spricht. Darunter SMS-Nachrichten, die auf einem Handy bei einer Hausdurchsuchung sichergestellt wurden“. Die ohnehin bekannte Vorgangsweise, über Medien Druck zu machen. Aber alle Unterstellungen hatten sich als völlig haltlos erwiesen, Martin Ohneberg freigesprochen. 

 

Auch dieses Lügengebäude „made by Berner“ ist nicht aufgegangen…