AKTUELLER BUWOG CHEF RIEDL: „VERKAUFSPREIS 2004 PLAUSIBEL UND ANGEMESSEN“

 

In regelmäßigen Abständen, insbesondere auch aufgrund des laufenden Buwog-Prozesses, wird immer wieder behauptet, die Buwog wäre 2004 zu billig verkauft worden. Nachdem nun ein sehr hohes Übernahmeangebot des deutschen Wohnungskonzerns Vonovia vorliegt, werden diese Behauptungen neuerlich befeuert. Zugespitzt auf die Aussage: „Grasser hat die Buwog viel zu billig verkauft!“.

Der deutsche Wohnungskonzern Vonovia will die österreichische BUWOG übernehmen. Geboten werden den Aktionären in Summe 3,2 Milliarden Euro (ist fast sechs Mal so viel wie der Verkaufspreis für die rund 32.000 BUWOG-Wohnungen im Jahr 2004) plus die Übernahme der Schulden der BUWOG. Eh klar, dass der parteipolitische Opportunismus, beispielsweise in Person der früheren Untersuchungsausschussvorsitzenden Gabriela Moser (Grünen), sofort wieder zuschlägt.

Doch was sagt ein Mann, der es von der Kompetenz her wirklich einschätzen kann, der heutige BUWOG-Chef Daniel Riedl? Riedl widerspricht dem Vorwurf, die Bundeswohnungen seien 2004 von der damaligen Bundesregierung zu billig verkauft worden und sagt: „Die Wertsteigerung ist nachvollziehbar!“.
Riedl erklärte gegenüber dem ORF den deutlichen Wertzuwachs in dem Zeitraum mit der generellen Entwicklung der Wohnungsmärkte. Außerdem seien inzwischen 600 Mio. Euro in die BUWOG geflossen - 300 Mio. Euro als Kapitalerhöhung und 300 Mio. Euro als Wandelanleihe. Weiters seien geförderte Wohnungen erfolgreich verkauft und das Geld der verkauften Wohnungen reinvestiert worden. So besitze die BUWOG jetzt zusätzlich rund 25.000 Wohnungen in Deutschland. Viele internationale Investoren hätten sich bei der Privatisierung aus Sorge vor dem österreichischen Mietrecht nicht darüber getraut, so Riedl.

Der heutige Buwog Chef betont auch: „Die BUWOG von heute ist nicht mehr mit der BUWOG von damals vergleichbar. Der Preis ist damals aus einem Wettbewerb zustande gekommen und damit angemessen gewesen.“


Der ORF berichtet auch, dass die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) den Vorwurf der unterlassenen Erlösmaximierung eigentlich im derzeit am Straflandesgericht Wien laufenden BUWOG-Verfahren gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser und andere prüfen lassen wollte. Das Oberlandesgericht Wien fand allerdings, der Vorwurf sei nicht ausreichend geklärt und müsse weiter ermittelt werden, hieß es im Radiobeitrag.

 

Buwog CEO Daniel Riedl hat sich diesbezüglich auch ausführlich in einem Profil Interview geäußert. Insbesondere hat er auch darauf hingewiesen, dass das österreichische Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz entsprechende Relevanz gehabt, und internationale Investoren irritiert hat: „Dadurch, dass die Buwog früher gemeinnützig war, wurden Rahmenbedingungen geschaffen, die für immer an der Gesellschaft picken. Das heißt, unsere Immobilien taugen nur bis zu einem gewissen Grad zur wirtschaftlich sinnvollen Vermietung, dafür ist das gesetzlich geregelte Mietwachstum einfach zu gering…“