WKSTA VORGANGSWEISE SORGT FÜR AUFREGUNG BIS ZUM LETZTEN TAG!

 

Selbst am letzten Tag des Buwog-Prozesses, der eigentlich den so genannten „Letzten Worten“ der Angeklagten gewidmet ist, gab es neuerlich Aufregung um die Vorgansweise der Staatsanwaltschaft. Es ging wieder einmal um das sattsam bekannte Thema „Mandarin Group“ und um mutmaßliche Lug-Urkunden.

 

Am Vortag hatte der Verteidiger von Norbert Wicki, Herbert Eichenseder, in seinem Schluss-Plädoyer moniert, dass eine ehemalige Mitarbeiterin Wickis als Direktorin der Mandarin Group Ltd. beschuldigt worden war, als Mittäterin bei der Herstellung der Lug-Urkunden mitgewirkt zu haben. Aus heiterem Himmel sei dann eine Benachrichtigung der Staatsanwaltschaft gekommen, dass das Verfahren eingestellt wurde. Dann sei die Frau als Zeugin vernommen worden, der man alles glauben könne. „Da kennt man sich ja nicht mehr aus“, so Eichenseder über die Vorgangsweise der Staatsanwälte.

 

Sein Mandant, Norbert Wicki, sei dagegen angeklagt, gefälschte Urkunden für Mag. Grasser hergestellt zu haben. Jene Dame, die das Dokument unterschrieben hat, sei dagegen voll rehabilitiert, nehme nun eine hohe Position in einer Schweizer Bank ein. Dieser könne man glauben und damit sei Wicki jedenfalls entlastet.

Eichenseder beantragte am Tag 168 somit nochmals die Öffnung des Beweisverfahrens – was vom Richtersenat abgelehnt wurde.

 

MISST DIE WKSTA MIT ZWEIERLEI MASS?

 

Für Gerald Toifl, ebenfalls angeklagt, u.a. auch wegen Täuschung in diesem Zusammenhang, ist diese Vorgangsweise der Staatsanwaltschaft ein weiteres Rätsel: „Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen diese Person eingestellt, die einen Vertrag unterschrieben hat, der auch mir vorgeworfen wird. Gleichzeitig werden die Vorwürfe gegen mich aufrechterhalten. Das verstehe wer will, ich jedenfalls nicht.“ 

 

Auch Karl-Heinz Grasser äußerte sich dazu in Rahmen seines abschließenden Statements: Er verstehe die Welt nicht. Er, Grasser, sei auch in Verbindung mit „Lug-Urkunden“ angeklagt, und einer dieser Verträge sei eben von der Schweizer Managerin unterschrieben. Gegen ihn sei die Anklage in diesem Punkt aufrecht, während diese gegen die Ex-Mitarbeiterin Wickis eingestellt wurde: „Irgendwie passt das nicht, das verstehe ich einfach nicht mehr!“

 

Auch andere sind in diesem Zusammenhang angeklagt, so Grasser, und auch die WKStA habe im Schluss-Plädoyer von Verschleierung gesprochen. Wenn nun gegen eine Person eingestellt wird, gegen die anderen aber Anklage erhoben wird, dann „verstehe ich das Gedankenkonstrukt der WKStA einfach nicht. Da kenn ich mich nicht mehr aus.“