KLARSTELLUNG zum Kurier Artikel vom 25.05.2018

 

Der Kurier hat vom ersten Tag des Prozesses an klare Position bezogen, warum sollte der am 34. Tag der Hauptverhandlung seine Linie ändern…

 

Nur so ist wohl zu verstehen, dass diverse Terminkalendereintragungen, die vor Gericht abgefragt wurden, als „ominöse Treffen Meischbergers mit seinem Freund Karl-Heinz Grasser“ sogar am Cover groß aufgemacht werden. 

 

Beispielsweise streicht der Kurier heraus: „Meischberger war detailgenau über den Vergabeablauf informiert. Und zwar mit Infos, die der Öffentlichkeit nicht bekannt waren. Das manifestiert sich etwa am Eintrag vom 4. Juni 2004: „Meischi“ war an diesem Tag zu einem Golfturnier in Bad Tatzmannsdorf eingeladen. Viel interessanter ist aber der Kalendereintrag: 11.30 Uhr Abgabe Angebote, 15.30 Uhr Öffnung der Angebote“.

 

Was der gelernte Engländer als „so what“ bezeichnen würde, ist für den Kurier offenbar eine Sensation: Jener Mann, der jahrelang intensiv an einem großen Projekt gearbeitet hatte, hat sich im Kalender die entscheidenden Termine eingetragen: Jenen der Offertabgabe und jenen der Anbotsöffnung. Wird wohl jeder normal tickende Mensch exakt genauso handhaben.

 

Und weil Meischberger auf die Frage, von wo er die Info gehabt habe, antwortete, dass er das möglicherweise von Peter Hochegger erfahren habe – in Wahrheit ist es völlig unerheblich, von wo er die völlig unbedenklich Info her hatte – schnappt für den Kurier gleich die Falle zu, denn: „Peter Hochegger hatte … in seiner Einvernahme erklärt, er habe alle relevanten Infos in Sachen Buwog-Privatisierung von Walter Meischberger erhalten.“

 

Nochmals: Es ist völlig irrelevant, von wo diese völlig logische Kalendereintragung herkam, aber wenn man nur 2 und 2 zusammenzählt: Wer – abgesehen von den relevanten Personen auf der ausschreibenden Seite – wird wohl zwingend wissen müssen, wann ein Offert (spätestens) abgegeben werden muss und wann die Anbotseröffnung stattfindet? Richtig: Jene, die ein Anbot legen, zum Beispiel das Österreich-Konsortium! Und wer war der direkte Gesprächspartner des Österreich-Konsortiums bzw. von Dr. Petrikovics? Richtig, Peter Hochegger! Also ist die Wahrscheinlichkeit, dass Meischberger von Hochegger diese beiden Termine erfahren hat, ziemlich hoch und der Schluss mehr als logisch. 

 

Die Tatsache, dass „Meischberger detailgenau über den Vergabeablauf informiert war“, zeichnet für den Kurier zwar ein „deutliches Bild“, ist in Wahrheit aber Teil des professionellen Ablaufs, den man sich wohl von einem Kommunikationsberater erwarten darf, ja muss; alles andere wäre wohl sehr hinterfragenswert."

 

Aber der Kurier setzt gleich nach und berichtet von „einem hochspannenden Eintrag am 14. Juni 2004: Über dem Datum steht als Headline „Vergabe“. Darunter um 8:15 Uhr ein Treffen mit Grasser. Der nächste Tag, es ist der 15. Juni 2004, ist in Meischbergers Kalender als „der Tag der Tage“ vermerkt … Tatsächlich fand am 15. Juni jener Ministerrat statt, wo der Buwog-Deal abgesegnet wurde.“

 

Meischberger trifft den Minister (der von seiner Beratertätigkeit für das Österreich-Konsortium nichts weiß) immer wieder, u.a., weil er ihn im Bereich Öffentlichkeitsarbeit berät und unterstützt. So auch am 14. Juni in aller Früh. Für den Kurier ein „ominöses Treffen“.

 

Und offensichtlich höchst auffällig ist auch der Eintrag „Der Tag der Tage“ für jenes Datum wo die finale Entscheidung fiel. Ist es wirklich etwas Besonderes, wenn man etwa ein Jahr intensiv an einem Projekt arbeitet – ausschließlich auf einer rein erfolgsabhängigen Basis und mit der Chance, eine sehr hohe Erfolgsprämie zu lukrieren -, dass man sich den Tag der Entscheidung dick im Kalender anstreicht bzw. als „Tag der Tage“ bezeichnet? Vermutlich ist das eher ziemlich normal…