TAG 117: „HATTE NIE GRUND ZU ZWEIFELN, DASS DAS GELD MEISCHBERGER GEHÖRT!“

 

„Auf der Suche nach dem Geld“, wie es so schön in der Anklage zu Beginn des Prozesses formuliert wurde, unternahm das Gericht heute, am 117. Verhandlungstag, eine Reise (per Bildschirm) nach Feldkirch. Am dortigen Landesgericht standen die ehemalige Geschäftsführerin der Omega, die bei den Transaktionen der Buwog-Provisionen damals eine zentrale Rolle spielte, und anschließend deren Ehemann, Rede und Antwort.

 

Die Hypo Investmentbank habe damals angefragt, ob man für ein Immobiliengeschäft zur Verfügung stehe, der Kunde selbst sei Herr Meischberger, erinnert sich die Zeugin heute, die sich dann in Wien nach ihrer Erinnerung im Frühjahr 2005 mit Walter Meischberger getroffen und alles besprochen habe. Der Betreuer seitens der Bank sei Christoph Wirnsperger gewesen, mit dem sie schon längere Jahre verschiedenste Geschäfte und ein hohes Vertrauensverhältnis verbunden habe. Der Kontakt mit Meischberger habe sich auf das eine Treffen in Wien beschränkt, erst später, nach dessen Selbstanzeige im Herbst 2009, habe es ein weiteres Treffen gegeben.

 

Die Zeugin präzisiert zum damaligen Hypo Investmentbank Berater Wirnsperger (der ja Mitte November mehrere Tage im Zeugenstuhl sitzen wird), dass er keinesfalls auch für die Omega zuständig war (wie Peter Hochegger ausgesagt hatte): „Wir haben damals sehr viel zusammengearbeitet, aber er konnte sicher nicht über die Omega verfügen.“ 

 

Warum die Geldtransaktionen damals „bar aus, bar ein“ abgewickelt wurden, fragt die Richterin. „Zum damaligen Zeitpunkt hat man das halt so gemacht. Es war keinesfalls unüblich, solche Servicegesellschaften wie die Omega zu beschäftigen. Bei den Barauszahlungen ging es um Diskretion, man wollte beispielsweise nicht, dass man sehen konnte, wo das Geld herkommt und wo es hingeht“, so die Zeugin. Und ergänzt: „Herr Meischberger wollte offensichtlich aus Diskretionsgründen nicht persönlich auftreten. Diese Art der Transaktionen kam öfters vor, der Wunsch nach Barauszahlung war damals alltäglich und absolut üblich.“

 

Ob sie Anzeichen hatte, dass das Geld eventuell an verschiedene Empfänger ging?

 

Zeugin Andrea G.: „Ich wusste nicht, auf wie viele Konten das vorher abgehobene Geld einbezahlt wurde. Aber für mich war ganz klar, dass Herr Meischberger alleiniger Empfänger des Geldes war! Auch Wirnsperger hat immer nur von Hochegger und Meischberger gesprochen.“

 

Ein Anwalt hakt nach: „Hatten Sie jemals Zweifel, dass das Geld Herrn Meischberger gehört?“

 

Die Zeugin: Nein, überhaupt nicht!“

 

Die Staatsanwaltschaft liest aus einer Unterlage vor, dass auch Ernst Plech bei einem Treffen mit G. in Wien dabei gewesen sein soll. G. darauf: „Mit Sicherheit nicht, ich kenne den Herrn gar nicht!“

Ob die Zeugin im Vorfeld ihrer heutigen Befragung jemand aus dem Angeklagtenkreis oder deren Verteidiger kontaktiert habe, fragt der Staatsanwalt nach. „Nein, mit niemand, ich kenne außer Herrn Meischberger auch überhaupt niemand!“, so die Zeugin.

 

„Ich habe öfter Botengänge für die Geschäftsführer der Omega gemacht und hatte die Aufgabe, das zu machen, was mir meine Frau gesagt hat“, war so ziemlich alles, was der Ehemann von Andrea G. im Anschluss an Information beitragen konnte.