TAG 132: JULIUS MEINLS ENTTÄUSCHTE HOFFNUNGEN

 

Er war im Zeitraum, als Karl-Heinz Grasser die insgesamt 500.000 Euro in der Meinl Bank übergab, also das mittlerweile berühmte „Schwiegermuttergeld“, Vorstand der Bank. Inzwischen ist er auch aus dem Aufsichtsrat der Bank, die mittlerweile Anglo Austrian Bank heißt, ausgeschieden. Die Rede ist von Julius Meinl V., der heute, am 132. Verhandlungstag als Zeuge auftrat – per Skype, und phasenweise kaum verständlich.

 

Meinl berief sich auf seine Aussagen, die er im Jahr 2010 gegenüber dem Bundeskriminalamt, die Wahrnehmungen was das Jahr 2005 betrifft, seien heute nicht mehr gut.

 

Einstieg: „Können Sie sich noch an das Gespräch erinnern, als sie Mag. Grasser dem Herrn Weiß vorgestellt haben?“ „Nein, kann ich mich nicht mehr“, so der prominente Zeuge, der betont, er könne sich nur grundsätzlich daran erinnern, dass ihm Mag. Grasser davon erzählt habe, dass die Familie Swarovski / Giori Geld veranlagen wolle. Herrn Weiß, der gestern im Zeugenstand war, habe er sicher nicht beauftragt, dessen Rolle habe sich so ergeben.

 

Grassers spätere Frau Fiona habe er schon längere Zeit gekannt, daher war er wegen eines Veranlagungsthemas nicht wirklich überrascht. Seine Erwartungen seien jedoch in Richtung eines Managed Portfolios („das erfreut jede Bank“) gegangen, so in der Größenordnung 20 bis 30 Millionen Euro („dass das dann nichts wird, kommt öfter vor“). Ob und wann er von den 500.000 Euro erfahren habe? Meinl: „Weiß ich nicht mehr. Persönlich war meine Rolle auch in der Kundenakquisition, ich habe aber keine Nachbetreuung gemacht.“

 

Er habe den Kontakt zu Heinrich Sch. von der Ferint AG, der ihm als Wirtschaftsprüfer bekannt war und der für die Bank auch andere Kunden gebracht habe, hergestellt. „Welche Geschäfte sonst noch über Ferint gelaufen sind?“, wird Meinl gefragt. Dazu kann er nichts sagen.

 

Thema Hypo Genussschein: „Kennen Sie Tilo Berlin?“. Antwort Meinls: „Kennen ist zuviel, vielleicht einmal gesehen…“

 

Wie die Entscheidung für Veranlagung auf Ferint Konto gefallen sei? Grundsätzlich habe es zwei Möglichkeiten gegeben, eine neue Gesellschaft zu gründen oder eine bestehende Struktur zu nützen. Entschieden habe das dann der Kunde, das sei nicht die Aufgabe der Bank.

 

Ob er wisse, wer Wirtschaftlich Berechtigter der Ferint AG war. Meinl antwortet allgemein, welche Möglichkeiten es gegeben habe, jedenfalls sei er über den Treuhandvertrag zwischen Ferint und Grasser nicht informiert. 

 

Nächste Frage: „Kennen Sie Herrn Wicki, kennen Sie die Mandarin?“: Zweimal „nein!“

 

Zurück zur Übergabe der 500.000 Euro in mehreren Tranchen ab Juli 2005, die ja außerhalb der Schalteröffnungszeiten stattgefunden hat. Frage der Richterin: „War das ein spezieller Service für Mag. Grasser?“ Julius Meinl: „Grasser war ja damals Finanzminister und hat eben gebeten, ob er auch außerhalb der offiziellen Öffnungszeiten kommen darf. Das kam schon öfter vor und war sicherlich kein spezieller Service für Mag. Grasser!“

 

Die Skype Konferenz mit Julius Meinl ist zu Ende, er verabschiedet sich und wünscht ein „Frohes Fest!“