TAG 135: FRÜHERE AGENTURMITARBEITER MEISCHBERGERS ERINNERN SICH…

 

Walter Meischbergers Mitarbeiter aus dem unmittelbaren beruflichen Umfeld, was die frühere Agentur „1040“ sowie das „Seitenblicke Magazin“ betrifft, waren am 135. Verhandlungstag als Zeugen geladen. Sie lieferten eine klare Bestätigung, was Meischberger im Laufe des Prozesses immer wieder von sich selbst behauptete, was seinen Umgang mit Formularen, Unterlagen, Konten etc. betrifft. 

 

Ein langjähriger Assistent, der insbesondere für organisatorische Aktivitäten in der Agentur zuständig war, und auch teilweise auf privaten Konten Meischbergers eine Zeichnungsberechtigung hatte, meinte: „Alles was administrative Tätigkeiten betraf, war nicht gerade einer seiner Stärken, das wollte er einfach nicht. Ich habe ihm da viel abgenommen, auch die ganze Agenturbuchhaltung und die Abwicklung mit dem Steuerberater. Walter Meischberger hatte eher einen künstlerischen Ansatz, hat sich mit diesen Dingen nicht beschäftigt, auch mit dem laufenden Kontostand nicht…“

 

Frage der Richterin: „Warum hatten Sie auch Zeichnungsberechtigung bei zwei privaten Konten?“

 

Der Zeuge: „Ich war sozusagen der persönliche Sekretär, Adlatus, Vertrauter, der diese Dinge für ihn miterledigt hat. Auch das mit den Belegen war nicht unbedingt seine Welt, das war nicht seins. Dass er auch Verträge, Belege etc. nicht aufgehoben bzw. vernichtet hat, überrascht mich daher nicht.“

 

Weitere Frage der Richterin: „Kannten sie seinen privaten (elektronischen) Terminkalender und wie war das mit seinen Terminvereinbarungen?“

 

„Nein dazu hatte ich meiner Erinnerung nach keinen Zugang. Aber so wie mit den Belegen, so war es auch mit der Terminpräzision. Ich würde nicht meine Hand ins Feuer legen, dass jeder Termin so stattgefunden hat, wie im Terminkalender eingetragen. Jedenfalls sind manchmal Leute ins Büro gekommen, obwohl kein Termin eingetragen war“, so der Zeuge.

 

Was er über die direkten Kontakte zwischen Hochegger und Meischberger sagen könne? „Da hatte ich keine Wahrnehmungen, ich habe nur mit dem Zuständigen bei Hochegger entsprechende Rechnungen abgestimmt. Deren Zusammenarbeit bzw. Aktivitäten in Bezug auf den Verkauf der Bundeswohnbaugesellschaften waren mir nicht bekannt. Ich war da nirgends involviert, auch nicht, was das Thema Terminal Tower betrifft. Natürlich wusste ich, dass Walter Meischberger für die Telekom bzw. Porr tätig war.“

 

Eine zweite Zeugin, die ebenfalls ein paar Jahre in der Agentur tätig gewesen war, bestätigt die etwas unkonventionelle Agenturführung im Bereich Backoffice/Buchhaltung: „Walter Meischberger war im Umgang mit Unterlagen etwas chaotisch.“

 

Ansonsten bestätigte die Zeugin u.a., dass sie aus Gesprächen und Telefonaten ableiten konnte, dass Meischberger MIP-Aktien (Meinl International Power) besaß (auch das wurde im Prozess immer wieder in Frage gestellt; Anmerkung).