TAG 158: LETZTER ZEUGE BEI FAKTUM WALDAUGASSE STÜTZT MASSIV DIE ANGABEN VON WALTER MEISCHBERGER

 

Prozessbetrug wird Walter Meischberger beim Faktum „Waldaugasse“ vorgeworfen, weil er angeblich bei einem Bezirksgericht falsche Angaben gemacht haben soll. Den Behauptungen der beiden „Belastungszeugen“ Heinrich Schuster und Helmut Schmid, auf deren Aussagen die  Staatsanwaltschaft baut, hat heute ein wichtiger Zeuge, der damals Meischberger mit einem Darlehen bei dessen Begleichung der Steuerschulden unterstützen wollte, entschieden widersprochen und Meischbergers Darstellung vollinhaltlich bestätigt.

 

„Alles hat 2010 begonnen, als Walter Meischberger mich fragte, ob ich ihm Geld borgen könne, damit er seine Steuerschulden in Höhe von etwa 1,6 Millionen Euro begleichen konnte. Ich habe spontan 400.000 Euro zugesagt, gegen eine entsprechende Verzinsung und eine hypothekarische Absicherung. Exaktes Zeitlimit für eine Rückzahlung hat es nicht gegeben, ich habe mit mindestens ein bis zwei Jahren gerechnet, das Darlehen war nicht befristet“, so der Zeuge.

 

Es sei aber dann anders gekommen mit der hypothekarischen Absicherung. Der dritte im  Bunde, Heinrich Schuster, der bereit gewesen war, Meischberger eine Million Euro zu leihen, habe dann auf ein  Konstrukt bestanden, die Prozessbeobachtern bekannte Erwerbsgesellschaft Waldaugasse. Der zuständige Rechtsanwalt und treuhändische Geschäftsführer dieser Erwerbsgesellschaft, Helmut Schmid, habe ihm das „gut verkauft“, sodass er, der heutige Zeuge, damals einwilligte. Allerdings unter einer falschen Annahme, wie sich später herausstellen sollte, nämlich dass er durch die von ihm zur Verfügung gestellten 400.000 Euro jedenfalls auch Teilhaber an dieser Gesellschaft sein würde.

 

Der Rechtsanwalt (und Geschäftsführer) habe ihm einen Treuhandvertrag zugeschickt, mit dem er eben Gesellschafter an dieser Erwerbsgesellschaft sein würde. Riffel: „Ich habe Herrn Schmid vertraut, der mir erklärte, ich würde durch diesen Treuhandvertrag Teilhaber werden und somit, was mein Darlehen betrifft, abgesichert sein. Schmid hat zugesichert, dass auch Schuster diesen Treuhandvertrag unterzeichnen würde.“

 

Diesen Treuhandvertrag habe er auch unterschrieben und wie vereinbart an Helmut Schuster retourniert - und das Geld rasch, weil hoher Zeitdruck wegen der Steuerschulden, überwiesen.

 

So wie er selbst hätte – neben Schuster - auch Meischberger Gesellschafter sein sollen, er habe ja auch mehr als 200.000 Euro überwiesen: „Es hat immer geheißen, wie sind drei Gesellschafter!“

 

Was dann folgte, hat den Zeugen („ich bin noch von der alten Schule: Ein Mann, ein Wort“) in Staunen versetzt: Die Treuhandverträge hätten notariell beglaubigt werden müssen (von der Geschäftsführung der Erwerbsgesellschaft), was aber nie geschehen sei. Und auch ein von Schuster unterschriebenes Exemplar sei nie bei ihm eingetroffen. Er, Rieffel, habe bei Schmid reklamiert, und dieser habe kalmiert: „Alles wird gut und erledigt!“ Dem sei aber nicht so gewesen, und irgendwann war auch der Rechtsanwalt telefonisch nicht mehr erreichbar…

 

„AUCH ICH FÜHLE MICH VON SCHUSTER UND SCHMID BETROGEN…“

 

Der Zeuge heute: „Das ist alles nicht korrekt abgelaufen, ich fühle mich betrogen, bin sehr enttäuscht von den Herren Schuster und Schmid!“

 

Die Richterin fragt: „Was wussten Sie von der Räumung des Hauses bzw. der Liegenschaft?“

 

Rieffel: „Meischberger hat mir das am Telefon erzählt, dass er das Haus räumen müsse. Ich wurde als Gesellschafter der Erwerbsgesellschaft, als der ich mich sah, aber nie gefragt oder informiert!“

 

„Aber war Ihnen nicht klar, dass Meischberger das Haus räumen wird müssen, falls er das Geld nicht rechtzeitig auftreiben wird können?“, fragt die Vorsitzende.

 

Der Zeuge: „Abgesehen, dass das aus meiner Sicht unbefristet war, war mir das natürlich klar, und damit war ja auch Walter Meischberger immer einverstanden. Aber natürlich erstens so spät wie möglich, und zweitens Verkauf zu einem möglichst hohen Preis. Er wollte das Geld zurückzahlen, alle Schulden zurückzahlen, aber das Haus auf seine Art verkaufen, einen besseren Preis erzielen. Er hat mich über sehr attraktive Angebote informiert, die es gegeben habe, aber Schuster und Schmid wollten unter Preis verkaufen.“

 

Als alle dann zerstritten waren, sei es offensichtlich gewesen, so der Zeuge, dass Schuster und Schmid Meischberger „plagen“ wollten, etwa durch die Forderung von Mieteinnahmen durch die Gesellschaft. Jedenfalls sei die Strategie klar gewesen, Meischberger nicht in der vereinbarten Form zu helfen…

Und wie es mit seinen 400.000 Euro weitergegangen sei?

 

„Ich habe das Darlehen und die vereinbarten Zinsen nicht zur Gänze erhalten. Nach einem Rechtsstreit mit Schuster und einem zwischen uns geschlossenen Vergleich im Oktober 2016 hat Schuster seine Versprechen neuerlich nicht eingehalten. Es kamen dann tröpfchenweise Zahlungen bis Ende 2018.“

 

Die Vorsitzende Richterin fragt: „Glauben Sie, dass laut Anklage Meischberger in Folge dieser Klagen, Räumungstermine etc. wider besseren Wissens beim Bezirksgericht falsche Angaben gemacht hat?“

 

Der Zeuge: „Das denke ich nicht! Er wollte das Haus, wenn schon, dann zu einem besseren Preis verkaufen. Hätte er es verkaufen können, wäre er mit Sicherheit ausgezogen.“

 

Lesen Sie dazu auch die komplette Stellungnahme von Walter Meischberger…

 

 

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