TAG 162: VERLESUNGEN

 

Der Gerichtsakt ist umfangreich wie kaum ein anderer in der Geschichte der österreichischen Strafprozesse. Und im Finale sind Verlesungen von Ordnern, Aktenseiten etc. gemäß § 252 Abs. 2 StPO eben Part of the Deal, salopp gesagt.

 

So auch am Hauptverhandlungstag 162 des nahezu seit drei Jahren laufenden Buwog Prozesses. Eine Fülle von Bänden aus dem Akt wartet diesbezüglich darauf, im Großen Schwurgerichtssaal des Wiener Straflandesgerichts im Detail oder auch nur kursorisch erörtert zu werden.

 

Apropos „Großer Schwurgerichtssaal“: Dieser wurde im freien Innenhof des Gerichtes Richtung Alserstraße als eigenständiges Gebäude im klassizistischen Stil errichtet und 1874 fertiggestellt. Der monumentale, zweigeschossige Saal erinnert ein bisschen an das Innere eines griechischen Tempels, auch wegen seiner stuckierten Kassettendecke, und bietet heute 150 Besuchern (sowie 50 weiteren auf der Galerie) Platz. Das Alles erfährt man jedenfalls aus einschlägigen Google-Quellen…

 

Kleine Ergänzung am Tag 162: Die Richterin erörterte auch kurz den Status von Ernst Plech, der bekanntlich im Laufe des Prozesses massiv erkrankte, sich entsprechenden Operationen und einer längeren Reha-Zeit unterziehen musste - und eben dadurch bis zum heutigen Tag dem Prozess fern blieb. Richterin Marion Hohenecker sprach am Tag 162 von einem Gutachterstreit um die Verhandlungsfähigkeit.