TAG 164: UND WIEDER VERLESUNGEN…

 

Die Vorsitzende Richterin versuchte es heute – umgeben von zig-Ordnern – mit Humor zu nehmen: „So und jetzt der Höhepunkt…“ – gemeint die Fortsetzung der so genannten Verlesungen. Die für die Hauptverhandlungstage 164 und 165 geplant sind. Anschließend werden noch diverse Stellungnahmen von Angeklagten erwartet und wohl die ersten Tage der nächsten Woche den Plädoyers aller Beteiligten gewidmet sein. Angekündigte Dauer bei den Rechtsanwälten der Hauptangeklagten bzw. bei den Staatsanwälten: jeweils ca. zwei bis drei Stunden…

 

Vorweg gab es am Tag 164 auch einige kurze Statements. Beispielsweise von Karl-Heinz Grasser, der auf eine Aussage einer Zeugin, die von einem anderen Zeugen gestern als „sehr enge Freundin von Willibald Berner“ bezeichnet worden war, replizierte.

 

„Frau Perschler hat diese Skizze, von der ihr Berner berichtet haben soll, ganz klar als ‚Idee“ bzw. vielleicht auch ‚Wunsch‘ des Peter Hochegger interpretiert. Ich möchte in aller Deutlichkeit feststellen, dass mir niemals jemand mit so einer ‚Idee‘ oder so einem ‚Wunsch‘ begegnet ist. Das hätte sich auch niemand getraut!“, betonte Grasser. 

 

Und ergänzte, dass so eine ‚Idee‘ alleine schon im Umfeld dieser Regierungszeit völlig absurd und lebensfremd gewesen wäre: „Das war zu einer Zeit, als die Regierung bei der Angelobung mit schweren Demonstrationen konfrontiert war, niemand wusste, ob diese Regierung auch nur Wochen oder Monate überleben würde. Dazu kamen dann die seitens der EU ausgesprochenen Sanktionen. Es ist völlig unvorstellbar, dass in dieser Zeit jemand gekommen wäre und so etwas vorgeschlagen hätte. Es hat diesen Tatplan nie gegeben!“

 

Auch Peter Hochegger, von dem Berner behauptet, dieser habe ihm diese Idee (die seitens der Anklage als Tatplan bezeichnet wurde) geschildert, gab ein kurzes Statement ab und bezog sich dabei den am Vortrag aufgetretenen Zeugen Ernst Hofmann (der ebenfalls auf dieser „Tatplan-Skizze“ angeführt ist):  

 

„Ich habe Herrn Hofmann im Jahr 2000 ein einziges Mal gesehen bei einem Gespräch, wo es um einen eventuellen Verkauf eines Unternehmens unserer Familie an Hofmann ging (was dann nicht zustande kam). Bei dem Gespräch war auch Berner dabei. Ich habe Hofmann daher als Unternehmer gekannt, und es wäre völlig unsinnig, dass ich ihn somit auf diese besagte Liste gesetzt hätte!“

 

Hochegger bestreitet bekanntlich kategorisch, dass es diesen Plan bzw. diese Idee jemals gegeben hätte bzw. dass er dies Berner gesagt hätte…