HOCHINTERESSANTE AUSSAGEN VON PETER HOCHEGGER

 

Am 90. Verhandlungstag meldete sich auch Peter Hochegger zu Wort, der ja bekanntlich mit seinem so genannten Teilgeständnis als einziger bisher belastend gegenüber den weiteren Hauptangeklagten auftrat. Seine Aussagen sind allerdings aufgrund der zeitlichen Einordnung seiner Darstellung nicht wirklich glaubwürdig bzw. hat jene Person, auf die seine Wahrnehmungen angeblich beruhen, bereits in einem ORF-Beitrag von „Fake News“ gesprochen.

 

Das Verhältnis etwa zu Karl-Heinz Grasser und Walter Meischberger ist so gesehen mehr als getrübt. Umso bemerkenswerter waren drei Feststellungen, die Hochegger am 11. April gemacht hat, und die allesamt die Angaben von Grasser und Meischberger zu 100 Prozent stützen.

 

1.  Peter Hochegger heute zum „Tatplan“ und zu den Aussagen von Karl-Heinz Petritz, dessen Name bekanntlich ebenfalls auf dieser Tatplan-Skizze angeführt ist (Petritz als Zeuge vor Gericht: „Völliger Schwachsinn!“): „Ich habe den Namen Petritz erstmals im Zusammenhang mit einer geplanten Roadshow in Kärnten im Jahr 2002 gehört. Wie hätte ich zwei Jahre vorher Petritz auf diese Tatplanskizze schreiben sollen, wenn ich ihn überhaupt nicht gekannt habe?“ 

 

Diesen „Tatplan“, der eigentlich das zentrale Standbein der Buwog-Anklage darstellt, hat bekanntlich ein gewisser Willibald Berner in die Welt gesetzt hat. Berner wiederum (übrigens ein enger Freund eines anderen Buwog-Zeugen, nämlich Michael Ramprecht) behauptet, diese Skizze aufgrund einer Erzählung von Peter Hochegger nachgezeichnet zu haben. Hochegger selbst sagt, das sei völlig aus der Luft gegriffen.

 

2.  Peter Hochegger heute zum Geburtstagsfest von Franz Klammer im Dezember 2003: „Ich bin mit Walter Meischberger dorthin gefahren, und dann bei einem Tisch mit Karl-Heinz Grasser gesessen, als Landeshauptmann Haider erschien, und mit Grasser ins Reden gekommen ist. Ich habe mich dann an einen Nebentisch gesetzt, um nicht zu stören, und wir sind dann später sehr lange an der Bar gestanden, Haider, Grasser, Meischberger, Klammer, ein paar Journalisten. Das war für mich eine Lehrstunde, wo FPÖ-Geschichte aufgearbeitet wurde, auch die Beziehung von Haider und Meischberger. Haider war sehr emotional, stand immer wieder unter Tränen, und meinte ‚was helfen mir die schönsten Siege, wenn ich einen Freund nach dem anderen verliere‘.“ 

 

Abschließend sei es zu einem Shake Hands zwischen Haider und Meischberger, sowie Haider und Grasser gekommen. Dieser habe auch Unterstützung angeboten, und im Kärntner Wahlkampf aufzutreten.

 

Hochegger bestätigt damit die Aussagen sowohl von Grasser als auch Meischberger, die immer betonten, dass das Verhältnis zu Haider bis zum „Klammer 50er“ äußerst getrübt gewesen sei. Bei Meischberger insbesondere durch seinen Rauswurf aus der FPÖ im Jahr 1999, bei Grasser durch die Folgen von Knittelfeld bzw. dessen Kandidatur für ÖVP-Kanzler Schüssel. Auch hier ergibt sich ein direkter Bezug zur „Glaubwürdigkeit“ des so genannten Tatplans, der bedingt hätte, dass massiv entfremdete Personen sich im Rahmen einer kriminellen Organisation finden. „Schwachsinn“, um die Worte des Zeugen Petritz nochmals zu verwenden.

 

3.  Peter Hochegger heute zum Thema Privatisierung der Bundeswohnungen und zum Kärnten-Konnex: „Als ich meine Tätigkeit im April 2004 für das Österreich-Konsortium begonnen habe, hatte ich auch ein Telefonat mit einem mit der Sache befassten Vorstand der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich, der mir versicherte: ‚Kärnten haben wir im Griff‘.“

 

Nun, da er wisse, dass es Kontakte vom Land Kärnten mit der RLB OÖ gegeben habe, verstehe er diese  Aussage viel besser, so Hochegger.