LEHMAN-EXPERTE PRÄZISIERT: „SAUBERER UND TRANSPARENTER HÄTTE MAN VERKAUFSPROZESS NICHT AUFSETZEN KÖNNEN!“

 

Am 9. Mai stellte sich der frühere Lehman-Berater Jürgen Krieger ein weiteres Mal den Fragen im laufenden Buwog-Prozess. Er betonte unmissverständlich, dass er keinerlei Beeinflussung durch den Finanzminister sah und dass der Verkaufsprozess schlüssig und den Empfehlungen Lehmans folgend abgelaufen sei.

 

Krieger: „Das Lehman Team hat nach der ersten Bieterrunde mit Sicherheit gesagt: Es gibt noch Potenzial und eine zweite Runde ist von uns jedenfalls zu empfehlen. Hätte anstatt dem Teilnehmerkreis am 7.6. die Auswahlkommission am 8.6. getagt, wären Inhalt, Diskussionspunkte und unsere Empfehlungen exakt die gleichen gewesen. Im Übrigen wurde auch aus meiner Sicht die geplante Sitzung der Auswahlkommission für 8.6. nicht abgesagt, sondern auf den 13.6. verlegt.“

 

„Die Auswahlkommission am 13.6. hat bestätigt, was aus den Angeboten hervorging. Einen Zuschlag konnte sie nicht treffen, da es letztendlich auf die Entscheidung des Landes Kärnten ankam, ob das Vorkaufsrecht ausgeübt wird oder nicht.“

 

„Was die Frage einer eventuellen dritten Bieterrunde betrifft, so haben wir durch die Formulierung des Prozessbriefes („Last and Final Offer“) das so beschränkt, dass eine weitere Runde eigentlich nicht mehr möglich war, abgesehen davon, dass aus unserer Sicht der Preis ausgereizt war.“

 

Frage: „Hatten Sie eventuelle Wahrnehmungen, dass das Ganze ein abgekartetes Spiel war, wie das Michael Ramprecht behauptet, von Kommerzialrat Plech vernommen zu haben?“

 

Krieger: „Nein!“

 

Frage: „Hatten Sie Wahrnehmungen, dass Finanzminister Grasser Einfluss genommen hat?“

 

Krieger: „Nein!“

 

Krieger grundsätzlich: „Sauberer und transparenter hätte man meiner Meinung nach den Prozess nicht aufsetzen können!“

 

Frage: „Hat die zweite Bieterrunde (Last and Final Offer) zu einem höheren Erlös geführt?“

 

Krieger: „Ja, und zwar in der Höhe von rund 35 Millionen Schilling.“

 

Frage: „Wurde jemand überrumpelt, um das Last and Final Offer zu beschließen bzw. durchzuführen?“

 

Krieger: „Das war mit Sicherheit keine Überrumpelung, sondern es wurde darüber diskutiert und man ist ganz klar unserem Vorschlag gefolgt.“

 

Und Krieger nochmals zum berühmten Thema „Finanzierungszusage der BA in Höhe von 960 Mio.“:

 

„Die Nennung der Finanzierungszusage war aus meiner Sicht ein handwerklicher Fehler der CA, konnte aber in Wirklichkeit keinen Einfluss auf den Ausgang der zweiten Runde haben. Denn was in der nächsten Runde geboten wird, konnte nur der Bieter wissen. Die 960 Mio. hatten Relevanz für den 4.6. aber nicht für das Last and Final Offer vom 11.6.“